Citigroup, Bank of America und Wells Fargo können nicht überzeugen
New York/Charlotte – Die US-Grossbanken Citigroup, Bank of America und Wells Fargo haben die Anleger mit ihren Jahreszahlen nicht begeistert. Bei der Citigroup zehrte Ende 2025 die Trennung vom Russland-Geschäft am Gewinn, Wells Fargo enttäuschte mit Zinsüberschuss und Gewinn, und die Bank of America konnte sich trotz überraschend guter Zahlen dem Abwärtssog an der Börse nicht entziehen.
Für die Aktien von Citigroup und Wells Fargo ging es zuletzt um fast fünf Prozent abwärts. Der Kurs der Bank of America knickte um rund zwei Prozent ein. So hatte die Trennung vom Russland-Geschäft der Citigroup im vierten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt. Dem standen unter anderem überraschend hohe Erträge im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen gegenüber. Im vierten Quartal schrumpfte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf knapp 2,5 Milliarden US-Dollar (2,1 Mrd Euro), wie das Institut am Mittwoch in New York mitteilte. Ohne die Russlandbelastung hätte der Gewinn bei 3,6 Milliarden Dollar gelegen. Im Gesamtjahr verdiente Citi 14,3 Milliarden Dollar und damit 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Das Institut hatte Ende Dezember die erforderlichen Genehmigungen erhalten, die AO Citibank zu verkaufen, die das verbliebene Citigroup-Geschäft in Russland betreibt. Der Verkauf zog vor Steuern einen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar nach sich. Der Abschluss des Verkaufs wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet.
Citi-Chefin Jane Fraser zeigte sich mit dem Gesamtjahr zufrieden: Das Institut habe 2025 «bedeutende Fortschritte» gemacht. Sie bestätigte das Ziel, im laufenden Jahr eine Eigenkapitalrendite von 10 bis 11 Prozent zu erzielen und die Citigroup so für Renditen über diesem Niveau in den folgenden Jahren zu positionieren. 2025 lag die Eigenkapitalrendite vor Sondereffekten bei 8,8 Prozent.
Die Bank of America profitierte zum Jahresende von überraschend hohen Zinseinnahmen. Dadurch stieg der Nettogewinn im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 12 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar, wie das Institut in Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) mitteilte. Auch der Aktienhandel wuchs stärker als von Analysten erwartet.
Im Gesamtjahr lag der Nettogewinn mit 30,5 Milliarden Dollar rund 13 Prozent höher als 2024. Bankchef Brian Moynihan gab sich mit Blick auf die US-Wirtschaft sowie das eigene Geschäft zuversichtlich: Trotz einer Reihe von Risiken erwarte er 2026 wirtschaftliches Wachstum.
Die Konkurrentin Wells Fargo verdiente indes weniger als gedacht, auch weil sie mehr als 600 Millionen Dollar für ein Sparprogramm ausgab, das ihre Kosten in Zukunft senken soll. Im vierten Quartal fiel der Gewinn mit knapp 5,4 Milliarden Dollar zwar knapp sechs Prozent höher aus als im Vorjahr, doch Analysten hatten sich mehr versprochen. Im Gesamtjahr verdiente die Bank rund 21,3 Milliarden Dollar und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. (awp/mc/pg)