Stephan Frey: KMU Kredite zähle ich in meiner Asset Allocation zu Private Debt

Stephan Frey: KMU Kredite zähle ich in meiner Asset Allocation zu Private Debt
Stephan Frey, swisspeers Investor und unabhängiger Verwaltungsrat. (Bild: stephanfrey.ch)

Stephan Frey, Verwaltungsrat in einem Dutzend Schweizer KMU, investiert seit 2017 auf der swisspeers Plattform in KMU Kredite. Wie sich seine Investitionsstrategie über die Zeit geändert hat, seine Asset Allocation und wie er sich zum Mulit-Verwaltungsrat entwickelte.

Von Alwin Meyer, swisspeers

Alwin Meyer: Stephan, wie bist Du auf swisspeers gestossen?

Stephan Frey: Ich habe Euch auf LinkedIn entdeckt und damit die ganze Welt des Direct Lending mit den unterschiedlichen Schweizer Lending Plattformen. Ich war mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, dass es den Markt in dieser Vielfalt gibt. Ich eröffnete gleichzeitig bei 4 Plattformen ein Konto und investierte. Heute bin ich mit Neuinvestitionen nur noch bei swisspeers aktiv.

Alwin: Interessant, was gibt den Ausschlag dafür, dass Du bei uns aktiv bleibst?

Stephan Frey: Ausschlaggebend für mich ist die einmalige Transparenz auf der swisspeers Plattform. Die Kreditnehmer gehen typischerweise mit Firmennamen auf den KMU Direct Lending Marktplatz. So prüfte ich zu Beginn die Unternehmen selbst kurz im Handelsregister und schaute mir ihre Website an.

Auch die Zahlungsströme überwachte ich detailliert und stellte fest, das funktioniert. Mit zunehmendem Vertrauen habe ich mich für den Einsatz der automatisierten Investitionen mit der AutoInvest Funktion entschieden.

Asset Allocation: Private Debt statt Obligationenquote

Alwin: Verrätst Du uns etwas zu Deiner AutoInvest – Einstellung – was ist Deine Strategie?

Stephan Frey: Ich habe AutoInvest ziemlich aggressiv eingestellt. Minimumzins bei 6% – damit habe ich wohl mehr als 50% des Portfolios in C und D Ratings. Dabei kann auch mal einer wackeln, daher wichtig: ich bin breit diversifiziert.

Je höher der Zinssatz desto höher das Risiko. Dieser Zusammenhang wird mit den Ratingkategorien von A bis D abgebildet. Mehr zum Thema erfahren Sie hier.

Alwin: Wie ordnest Du Dein swisspeers Portfolio in Deinem Anlageuniversum ein?

Stephan Frey: Ich habe eine klare Struktur, wie und wo ich investiere. Dabei beträgt in meiner Asset Allocation der Obligationenanteil weniger 2%. Das ist mir einfach zu langweilig.

Private Debt ersetzt meine Obligationenquote und da gehört Direct Lending von swisspeers dazu. Ich möchten den Bereich weiter ausbauen. Gesamthaft bin ich stark in Aktien, Immobilien und in Private Equity investiert.

Alwin: Du bist via unseren Partizipationskapital (PS-Kapital) Miteigentümer von swisspeers – also auch ein Private Equity Investment! Warum hast Du Dich entschieden PS zu zeichnen?

Stephan Frey: Ja, ich bin mitbeteiligt – leider zu wenig! Dazu entschieden habe ich mich aufgrund der positiven Erfahrung als Investor und der Überzeugung, dass swisspeers noch mehr abheben wird. Die kürzliche BLKB-Beteiligung an swisspeers hat meine diesbezügliche Einschätzung bestätigt.

Alwin: Hast Du mit den swisspeers KMU Krediten primär ein Renditeziel oder auch andere Motive?

Stephan Frey: Ich bin ein KMU Mensch und fühle mich als Mehrfach-Verwaltungsrat dem Unternehmertum in der Schweiz verbunden.

Ich investiere und unterstützte gerne Schweizer KMU und Startups. Man ist nahe an den Investitionen daran, kennt die Inhaber, Gesetzgebung und Kultur. Meine Aktieninvestitionen sind hingegen global ausgerichtet.

Alwin: Was sind Deine Empfehlungen an Investoren auf der swisspeers Plattform?

Stephan Frey: Ganz einfach – in 40-50 etwa gleich grosse KMU Kredittranchen investieren, damit weniger als 2% weg ist, sollte mal einer sterben.

Grafik: Stabilere Rendite durch Diversifikation: Diversifikation reduziert nicht die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen, aber die Streubreite der zu erwartenden Rendite (bei 0 bis 5 Ausfällen p.a.)

Impact Investing: jeder nach seinen Vorstellungen

Alwin: Impact Investing. ESG. Wie wichtig sind Dir diese Themen?

Stephan Frey: In den Unternehmen, wo ich als Verwaltungsrat oder Beirat tätig bin, sind das wichtige Kriterien, an welchen wir uns orientieren und uns aktiv challengen und verbessern. Persönlich finde ich es manchmal fraglich, welche Unternehmen als ESG compliant taxiert werden oder Themen wie z.B. Grünes Gold? Das der Druck für die Umsetzung zunimmt, finde ich richtig und wichtig.

Alwin: Bei uns kann jeder selbst entscheiden ob und wo er mitmacht, jeder ist sein eigener Impact Investor. Wie siehst Du das?

Stephan Frey: Genau, jeder Investor definiert für sich das ESG Thema etwas anders und jeder soll seine eigene Meinung dazu haben dürfen.

Mit der AutoInvest Funktion habe ich bei euch ja genau die Möglichkeit auszuschliessen, was ich nicht möchte – entsprechend meinen Vorstellungen. Da hilft wiederum die Transparenz auf euerer Plattform.

Wie man zum Profi Verwaltungsrat wird

Alwin: Du bist Profi Verwaltungs- und Beirat. Erzähle uns etwas zu Deinem Werdegang.

Stephan Frey: Mit 32 war ich in einer Firma für das Business Development verantwortlich und durfte auch Firmenübernahmen prüfen. Bei zwei Akquisitionen wurde ich in den Verwaltungsrat gewählt. So bin ich in das Thema reingekommen. Im zarten Alter von 34 meldete ich mich bei der auf VR Vermittlung fokussierten Firma VR Management AG. 8 Jahre später haben sie mir 2 VR Mandate vermittelt.

Natürlich habe ich mich auf dem Thema auch weitergebildet (CAS Verwaltungsrat) und mittlerweile doziere ich selbst in einem Seminar für VR’s an der Hochschule Luzern zum Thema M&A.

Alwin: Was fasziniert Dich an der Aufgabe KMU Verwaltungsrat?

Stephan Frey: Ich finde das eine abwechslungsreiche und spannende Tätigkeit als Brückenbauer mit Einblick in verschiedenste Firmenkulturen und Branchen. Ich bin offen, mein Portfolio als VR und Investor in Schweizer KMU weiter ausbauen.

Alwin: Welche Kompetenzen bringst Du in einen Verwaltungsrat ein?

Stephan Frey: Ich bewege mich momentan in den 4 Branchen ICT, Engineering, Immobilen und Utilities. Dabei bin ich typischerweise in Familienbetrieben mit M&A- und Nachfolge-Themen unterwegs. Das sind heikle Gebiete in Familienunternehmen und da bringe ich als Externer eine alternative und neutrale Sicht ein. Das Nachfolgethema hat grosses Potential in der Schweiz, weil viele KMU eine Nachfolgelösung suchen.

Zusätzlich bringe ich bei Mandaten mein Know-How zur digitalen Transformation von Geschäftsmodellen ein.

Alwin: Wie digital bist Du selbst?

Stephan Frey: In Finanzangelegenheiten nutze ich wo möglich Fintech Angebote wie eures und verzichte auf traditionelle Dienstleister. Fintech finde ich generell extrem spannend und teste alles, was da aufpoppt.

Alwin: Herzlichen Dank für Deine Einblicke in Deine Überlegungen zur Asset Allocation und in die Welt der KMU Verwaltungsräte!

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