Studie: Schweizer Vorsorgesystem verbessert sich auf Rang 4 der Welt

Pensionskasse
(Foto: eyetronic - Fotolia.com)

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Frankfurt –  Im internationalen Vergleich der Altersvorsorgesysteme von 20 ausgesuchten Ländern hat sich die Schweiz um einen Platz verbessert und belegt nun vor Schweden den vierten Rang. Damit schliesst die Schweiz zu den Spitzenreitern Dänemark, Niederlande und Australien auf,  die ihre jeweiligen Positionen aus dem Vorjahr behaupten konnten.  Südkorea, Indien und Indonesien belegen in der Studie die letzten Plätze.

Dies ist das Ergebnis des heute veröffentlichten Melbourne Mercer Global Pension Index 2013, der von dem internationalen Beratungsunternehmen Mercer bereits zum fünften Mal in Kooperation mit dem Australian Centre for Financial Studies erstellt wurde. Die Studie untersucht und bewertet die Altersversorgung von 20 Ländern hinsichtlich der Kriterien «Leistungen», «Finanzierung» und «Rahmenbedingungen». Dabei wurden neben den staatlichen Rentensystemen und der betrieblichen Altersversorgung auch private Anlagen und Vorsorgemassnahmen berücksichtigt.

Dänemark weiterhin auf Platz eins
Dänemark belegt im Ranking weiterhin Platz 1 und erreicht als einziges Vorsorgesystem den Grade «A». Mit dem Grade-A-Ranking werden das gut finanzierte Vorsorgesystem des Landes, die hohen Vermögenswerte und Beiträge, die angemessene Leistungen sowie ein gut reguliertes privates Vorsorgesystem anerkannt.

Vorsorgesystem der Schweiz leicht verbessert
Das Vorsorgesystem der Schweiz hat seinen Gesamtindexwert gegenüber 2012 leicht verbessert (von 73,3 auf 73,9), was in erster Linie auf eine Zunahme der Sparquote zurückzuführen ist.  «Der Anstieg des Gesamtindex und der Sub-Indizes «Leistungen» und «Finanzierung» widerspiegeln das solide Fundament der Schweizer Wirtschaft und des Vorsorgesystems.  Die leichte Verschlechterung des Sub-Indexes «Rahmenbedingungen» deutet andererseits darauf hin, dass einige Anreizsysteme kritisch geprüft werden sollten», sagt Roland Guggenheim, Pensionskassenexperte von Mercer in der Schweiz. «Der Schweiz stehen aber eine Reihe von Massnahmen offen, mit denen sich das System verbessern kann. Dazu gehören beispielsweise die Einführung einer Pflicht, die Auszahlung eines Teils der Altersleistung in Rentenform vorzunehmen oder eine steuerliche Verbesserung des Rentenbezugs im Vergleich zur Kapitalauszahlung», so Guggenheim weiter.

Verbesserungen empfohlen -darunter Erhöhung  Rentenanalter
Weiterhin empfehlen die Autoren der Studie, das Renteneintrittsalter für die gesetzliche Rente sukzessive anzuheben und eine Regelung zu erlassen, die Pensionskassen auffordert, eine umfassende Risikomanagement-Strategie zu entwickeln. Dr. David Knox, Senior Partner bei Mercer und Author der Studie,  verweist auf die Herausforderungen bei der Gestaltung nachhaltiger Rentensysteme:  «Weltweit steigt die Lebenserwartung, während die Staatsverschuldung vor dem Hintergrund unsicherer wirtschaftlicher Verhältnisse weiter zunimmt. Gleichzeitig beobachten wir eine globale Bewegung hin zu Defined Contribution (also beitragsorientierten) Modellen. Insbesondere für die Zeit nach Eintritt in den Ruhestand müssen deshalb neue Wege beschritten werden, um mit dieser Situation richtig umzugehen. Die Entwicklung von effektiven und nachhaltigen Lösungen für die Ruhestandsphase muss auf Seiten der Politik und in der Branche ganz oben auf der Agenda stehen.» «Es braucht einen Sinneswandel, um den Fokus weg von der Vermögensbildung und stattdessen auf die Bereitstellung von Rentenleistungen zu richten. Diese Leistungen müssen über eine effiziente, gerechte und solide Rahmenstruktur bereitgestellt werden», so Dr. Knox weiter.

Umfeld weltweit ähnlich
«Weltweit ähneln sich die Herausforderungen, die mit der alternden Gesellschaft zusammenhängen, trotz der zum Teil sehr unterschiedlichen sozialen, politischen, historischen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren in den einzelnen Ländern. Folgerichtig sind auch viele der geforderten Reformen recht ähnlich. Ziel unseres Index ist es, die besten Lösungen herauszustellen und vergleichbar zu machen», sagt Prof. Ralston, Direktorin des Australian Centre for Financial Studies. Sie betont ausserdem, dass der Index weiterhin einen wertvollen Beitrag zur Debatte von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die besten Möglichkeiten der Altersvorsorge für alternde Gesellschaften leistet. (mercer/mc/cs)

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