Swiss Life 2011: Gewinn steigt auf 606 Mio CHF

Swiss-Life-CEO Bruno Pfister.

Zürich – Swiss Life hat im vergangenen Geschäftsjahr 2011 einen gegenüber dem Vorjahr höheren Reingewinn erzielt. Das Betriebsergebnis blieb dagegen von Sonderfaktoren belastet mehr oder weniger auf Vorjahresniveau stehen und das Prämienvolumen war stark rückläufig. Mit dem Effizienzprogramm Milestone kommt der Lebensversicherer dagegen gut voran.

Der Gruppengewinn stieg in der Berichtsperiode um 8% auf 606 Mio CHF und der Betriebsgewinn um 1% auf 699 Mio. Um Sonder- und Währungseffekte bereinigt, legte der Betriebsgewinn dagegen um knapp 6% auf 793 Mio zu, wie der Lebensversicherer am Mittwoch mitteilte. Dabei hätten Rückstellungen für Rechtsfälle der Tochter AWD in Österreich und Deutschland das Ergebnis mit 59 Mio und eine Wertberichtigung auf der Beteiligung des Finanzdienstleisters MLP mit 35 Mio belastet. Swiss Life hat die Marktvorgaben bei Gewinn und Volumen in etwa getroffen, verfehlte diese aber beim Betriebsergebnis. Den Aktionären wird die Ausschüttung einer (steuerfreien) Dividende im Umfang von 4,50 CHF je Aktie – und damit gleichviel wie im Vorjahr – vorgeschlagen.

Milestone-Programm auf Kurs
Swiss Life sei es insbesondere dank der erfolgreichen Umsetzung des Unternehmensprogramms Milestone gelungen, die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells erneut zu erhöhen, sagte CEO Bruno Pfister in der Mitteilung. Ein Grossteil der Massnahmen sei umgesetzt. Die Kostenbasis sei per Ende 2011 gegenüber 2008 bereits um 404 Mio gesenkt worden. Ursprünglich war es das Ziel, die Kosten bis Ende 2012 um 350 bis 400 Mio zu senken. Die gesteigerte Schlagkraft werde es der Gruppe ermöglichen, die Marktposition weiter auszubauen, so Pfister.

Am kommenden Investorentag im November will die Swiss Life die weitere Pläne der Gruppe aufzeigen. Von einem neuen Effizienzprogramm sprach Pfister an einer Telefonkonferenz allerdings nicht. Swiss Life geht von weiterhin tiefen Zinsen und einem anhaltend schwierigen Marktumfeld aus.

Prämienrückgang

Die Bruttoprämieneinnahmen, Policengebühren und erhaltenen Einlagen gingen in der Berichtsperiode währungsbereinigt um 10% zurück und lagen bei 17,1 Mrd CHF. Nebst Währungseinflüssen haben vor allem geringere Einnahmen im Geschäft mit vermögenden Kunden (PPLI) auf die Entwicklung gedrückt. In der Sparte Versicherungsgeschäft International, in der PPLI den Hauptteil ausmacht, gingen die Einnahmen um 41% auf 3,0 Mrd zurück; in Lokalwährungen war es ein Minus von 37%.

Einnahmen im Markt Schweiz steigen um 6%
Im Heimmarkt Schweiz wuchsen die Einnahmen um 6% auf 8,1 Mrd. Vor allem die Zunahme im Kollektivlebengeschäft von 9% stach heraus. In Frankreich gingen die Prämien währungsbereinigt insgesamt um 6% auf 4,4 Mrd zurück, wobei die Qualität des Neugeschäfts aufgrund des Anstiegs bei den anteilgebundenen Produkten und des besseren Produktemix gestiegen sei. In Deutschland sanken die Prämieneinnahmen um 6% auf 1,7 Mrd, was auf rückläufige Einmaleinlagen beim Kapitalisierungsprodukt zurückzuführen sei, während die periodischen Prämien um 3% zugenommen hätten.

AWD mit 3% mehr Umsatz
AWD verzeichnete eine Steigerung der Umsatzerlöse um 3% auf 561 Mio EUR. Die vom Investment Management verwalteten Vermögen beliefen sich auf 134,3 Mrd CHF (+10%). Teil davon sind die verwalteten Vermögen für Drittkunden; hier verzeichnete die Gruppe einen Zuwachs von 4,3 Mrd CHF. Dieser Zufluss sei auch auf eine Akquisition in Frankreich und die Lancierung einer neuen Anlagegruppe in der Anlagestiftung Swiss Life zurückzuführen. Die versicherungstechnischen Rückstellungen beliefen sich auf 128,1 Mrd CHF, was gegenüber der Vorjahresperiode einem Zuwachs von 6% in lokaler Währung entspricht.

Solide Bilanz

In der Bilanz stieg das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital per Ende 2011 um 23% auf 9,1 Mrd CHF, die Eigenkapitalrendite betrug 7,3% (7,6%) und die Gruppensolvabilität erhöhte sich auf 213% (Ende 2010: 172%; Ende September: 201%). Der Quotient zum Swiss Solvency Test (SST) liege im internen Modell der Swiss Life im «grünen Bereich», heisst es. (awp/mc/upd/ps)

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