Swiss Re erzielt im dritten Quartal einen Gewinnsprung

Michel M. Liès
Michel M. Liès. (Foto: zvg)

Michel M. Liès, CEO Swiss Re. (Copyright: Swiss Re)

Zürich – Dem Rückversicherer Swiss Re haben im dritten Quartal geringe Katastrophenschäden und ein günstiger Steuereffekt einen Gewinnsprung beschert; die Erwartungen der Analysten wurden deutlich übertroffen. In der Folge wurden die Finanzziele bis 2015 bestätigt. Zudem gab der Rückversicherer die Nomination von zwei neuen Verwaltungsräten bekannt.

Die in der Berichtsperiode verdienten Prämien und die Gebühreneinnahmen stiegen um 11% auf 8,31 Mrd USD, wie der Rückversicherer am Freitag mitteilte. Das Konzernergebnis nahm leicht überproportional um 14% auf 1,23 Mrd zu. In den ersten neun Monaten wuchsen die Prämien und Gebühreneinnahmen um ebenfalls 11% auf 23,42 Mrd; das Ergebnis stieg um 0,5% auf 3,26 Mrd.

Per Ende September belief sich das Eigenkapital auf 33,62 Mrd USD, nach 32,53 Mrd Mitte Jahr. Die Rendite auf Kapitalanlagen wird auf Jahresbasis mit 3,7% angegeben, was gegenüber dem Stand Mitte Jahr einem Rückgang um 0,2 Prozentpunkte (PP) entspricht. Die Eigenkapitalrendite erreicht auf Jahresbasis 13,3% und stieg gegenüber Mitte Jahr um 0,7 PP.

«Wir haben hinsichtlich unserer mittelfristigen Finanzziele abermals gute Fortschritte gemacht und bedeutende Verträge abgeschlossen», kommentiert CEO Michel Liès die ersten neun Monate in der Mitteilung.

P&C profitiert von geringen Naturkatastrophen
Im Property & Casualty-Geschäft nahmen die Prämien im dritten Quartal um 9,0% auf 4,31 Mrd USD zu. Das Ergebnis stieg um 7,4% auf 842 Mio. Die höheren Prämien werden mit dem Auslaufen eines Quotenrückversicherungsvertrags im Jahr 2012 und grosse, in Asien sowie in Nord- und Südamerika gezeichnete Verträge zurückgeführt. Der Anstieg des Bereichsgewinns wird mit der niedrigen Schadenbelastung aus Naturkatastrophen erklärt, sowie mit der günstige Entwicklung früherer Jahre und der Auflösung von Rückstellungen für Versicherungssteuern.

Im Detail hätten Naturkatastrophenschäden den Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio, CR) im dritten Quartal um 3,0 PP geschmälert. In «normalen» Jahren liege der Wert bei 11,8 PP, so eine Präsentation. Darüber hinaus habe die Auflösung von Rückstellungen die CR mit 2,2 PP positiv beeinflusst. Im Vorjahresquartal betrug dieser Beitrag allerdings 9,0 PP. So wird die CR für das dritte Quartal mit 76,7% um 4,8 PP tiefer als in der Vorjahresperiode ausgewiesen. Bereinigt sei die CR auf 87,7% zu stehen gekommen.

Ergebnisfortschritte im Lebengeschäft
Das Life&Health-Geschäft kam auf Prämien und Gebühreneinnahmen von 2,87 Mrd USD (+17%) und mehr als vervierfachte den Gewinn auf 160 Mio. Die Margenverbesserung um 3,6 PP auf 9,2% sei auf den günstigen Mortalitätsverlauf in Nord- und Südamerika zurückzuführen. Zudem sei das Vorjahresquartal durch Rückstellungen für das Gruppeninvaliditätsgeschäft in Australien belastet worden.

Mit der angestrebten Verbesserung der Profitabilität im L&H-Geschäft hätten «deutliche Fortschritte» erzielt werden können, heisst es weiter. Die in diesem Rahmen geführten Verhandlungen mit US-Einzelleben-Kunden dürften im vierten Quartal abgeschlossen werden. Allerdings wird nun von einer Vorsteuerbelastung nach US GAAP von rund 550 Mio USD ausgegangen, was 50 Mio mehr seien als bisher geschätzt. Unverändert wird für den Geschäftsbereich eine Eigenkapitalrendite von 10 bis 12% bis ins Jahr 2015 angestrebt. Im Berichtsquartal lag diese bei annualisierten 9,6%.

Corporate Solutions erzielte Prämien von 903 Mio USD (+14%); das Ergebnis stieg um fast die Hälfte auf 103 Mio. Auf das Admin Re-Geschäft schliesslich entfielen Prämien und Gebühren von 231 Mio (-18%). Das Bereichsergebnis sank um beinahe zwei Drittel auf 54 Mio, vor allem infolge einer im Vorjahr noch angefallenen Steuergutschrift.

Guidance bestätigt
Swiss Re sei auf Kurs, die Finanzziele für die Periode 2011 bis 2015 zu erreichen, hiess es weiter. Dies sind eine Eigenkapitalrendite, die die Rendite der 5-jährigen US-Staatsanleihen um 700 Basispunkte übertrifft, sowie ein jährliches Wachstum des Gewinns je Aktie und des ökonomischen Eigenkapitals pro Aktie (plus Dividende) um rund 10%. Auch soll die reguläre Dividende stetig erhöht werden.

Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat auf die Generalversammlung 2015 hin Philip Ryan und Trevor Manuel zur Wahl in das Gremium vorgeschlagen. Sie sollen den VR ergänzen und diversifizieren, heisst es. (awp/mc/upd/ps)

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