Swiss Re hat Risikobeurteilung für Vulkane entwickelt

Swiss Re hat Risikobeurteilung für Vulkane entwickelt
(Foto: Swiss Re)

Zürich – Swiss Re hat das erste globale Vulkanmodell entwickelt, welches die Risiken beurteilt, die von den weltweit über 500 aktiven Vulkanen ausgehen. Das Modell ermöglicht es Versicherern, diese Risiken zu quantifizieren und so die im Falle eines Ausbruchs zu erwartenden potenziellen Schäden zu berechnen. Weltweit liegt jede siebte grosse urbane Region im Umkreis von 150 km um einen aktiven Vulkan. Ein Ausbruch könnte für einige  der grössten Städte der Welt in einem gesamtwirtschaftlichen Schaden bis zu 30 Mrd. USD resultieren. Eine bessere Quantifizierung dieser Risiken kann Städten und Ländern helfen, sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

Bisher fehlte der Versicherungsbranche ein globales Modell, um das von Vulkanen ausgehende Risiko zu beurteilen. In manchen Ländern entfällt ein Grossteil der versicherbaren Risiken auf die Gefahr eines Vulkanausbruchs. Aus diesem Grund ist es wichtig, dieses Risiko akkurat einschätzen und tarifieren zu können.

Jayne Plunkett, CEO Reinsurance Asia bei Swiss Re, sagt: «Mit der fortschreitenden globalen Urbanisierung erweitert sich auch die Deckungslücke in Bezug auf Vulkanausbrüche. Der wirtschaftliche Schaden für Menschen und Unternehmen in den bedrohten Regionen ist aber nur ein Aspekt. Im Falle eines grossen Ausbruchs wären beispielsweise Lieferketten auf der ganzen Welt betroffen, was sowohl wirtschaftliche als auch versicherte Verluste generieren würde.»

Vulkanversicherung nur in Island obligatorisch
Derzeit gibt es nur in Island eine obligatorische Vulkanversicherung. In anderen Ländern sind die von Vulkanen verursachten Schäden überwiegend nicht versichert, wodurch eine enorme Deckungslücke entstanden ist. Die präzise Quantifizierung des Vulkanrisikos wird aber helfen, eine adäquatere
Versicherungsabdeckung zu ermöglichen.

Martin Bertogg, Leiter Naturgefahren bei Swiss Re, sagt: «Das neue Modell erlaubt uns, die Prämien für dieses bedeutende Risiko für Personen, Unternehmen und Länder überhaupt erst zu berechnen. Es ist jetzt Aufgabe der Versicherungsindustrie, diese neue Möglichkeit zu nutzen, um gemeinsam mit allen Partnern, zuverlässige und erschwingliche Deckungen zu entwickeln und so die Welt im Katastrophenfall widerstandsfähiger zu machen.» (SwissRe/mc/ps)

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