Swiss Re übernimmt Guardian Financial Services für 1,6 Mrd Pfund

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Zürich – Der Rückversicherer Swiss Re kauft das britische Unternehmen Guardian Financial Services. Das Unternehmen wird für 1,6 Mrd Pfund oder umgerechnet rund 2,4 Mrd CHF von der Private-Equity-Gesellschaft Cinven übernommen und soll die Rentabilität der Sparte Admin Re stärken. Analysten kommentieren die Akquisition unterschiedlich. An der Börse machen die Swiss-Re-Aktien keine grossen Sprünge.

Mit der Übernahme wechseln 900’000 Lebens- und Renten-Policen aus Grossbritannien und Irland in den Bestand der Swiss-Re-Sparte Admin Re, wie die Rückversicherung am Mittwoch mitteilte. Der Bereich Admin Re, das ausschliesslich auf den britischen Inseln tätig ist, werde dadurch seine Marktposition mit nun über 4 Millionen Policen stärken.

Seit den 1990er Jahren verwaltet Swiss Re über Admin Re Lebens- und Krankenversicherungsprodukte, die von Erstversicherern nicht mehr verkauft werden. Für einen Erstversicherer besteht der Vorteil einer solchen Transaktion darin, dass Kapital frei wird, das zur Unterlegung der Policen benötigt wurde. Der Rückversicherer versucht, dieses Geschäft mit möglichst tiefen Kosten abzuwickeln.

Höhere Eigenkapitalrendite für Admin Re
Die jüngste Übernahme von Guardian soll zu einer signifikant höheren Cash-Generierung und Eigenkapitalrentabilität führen, wie Swiss Re weiter mitteilte. Es sei zudem mit Synergien zu rechnen, wobei diese allerdings nicht beziffert wurden. Mit einem Abschluss der Transaktion rechnet das Management im frühen Jahr 2016. Dem Deal müssen allerdings noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen.

«Die Übernahme ist eine ausgezeichnete Möglichkeit für Admin Re, das Geschäft zu vergrössern und das Portfolio zu diversifizieren», wurde Swiss-Re-CEO Michel Liès in der Mitteilung zitiert. Die Übernahme unterstreiche die Ambition des Konzerns, mit Admin Re in Grossbritannien profitabel zu wachsen.

Über ROE-Marke von 11 %
Die Übernahme wurde ausserdem als attraktive Möglichkeit bezeichnet, einen Teil des überschüssigen Kapitals über dem Niveau der konzernweit angepeilten Eigenkapitalrendite (ROE) von 11% einzusetzen. «Diese Akquisition passt damit zu den strategischen Zielen von Admin Re und unserer finanziellen Mehrjahresplanung», liess sich CFO David Cole zitieren.

Der Konzern bleibe trotz dieser Übernahme gut kapitalisiert und die Solvabilität verharre «komfortabel über der Risikotoleranz», wurde gleichzeitig betont. Auch ändere die Übernahme nichts an den Überlegungen zu einem Aktienrückkaufprogramm.

Weitere Übernahmen denkbar
Laut Admin-Re-Chef Bob Ratcliffe sind weitere Übernahmen denkbar. Denn es seien weitere Verkaufsabsichten von Erstversicherern zu erwarten, damit sie sich auf neue Produkte konzentrieren und die Bilanz entlasten können. Davon gehen auch die Analysten von Bernstein aus: «Wir erwarten mindestens eine weitere Transaktion von ähnlicher Grössenordnung über die nächsten sechs bis zwölf Monate», hiess es in einem Kommentar.

Die Bernstein-Analysten sind allerdings wenig begeistert vom Deal. «Wir denken, dass die Mehrheit der Investoren dieses Kapital lieber für einen grösseren Aktienrückkauf eingesetzt hätte», schrieben sie. Die Spielraum für solche Rückkäufe sei nun verringert. Leise Zweifel äusserten auch die Experten von Baader Helvea: Admin Re habe einen ziemlich durchzogenen Erfolgsausweis. «Es könnte unter den Investoren deshalb Zweifel geben, wie nachhaltig die Profitabilität dieser Transaktion einzuschätzen ist.

In anderen Analystenkommentaren wird der Deal hingegen gelobt. «Insgesamt liest sich die Transaktion vernünftig und solide, das Geschäft mit der Abwicklung von Policen erfährt eine Stärkung», meinte zum Beispiel die ZKB. (awp/mc/pg)

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