Swissquote bildet 25 Mio Franken Rückstellungen

Marc Bürki
Swissquote-CEO Marc Bürki. (Foto: Swissquote)

Swissquote-CEO Marc Bürki. (Foto: Swissquote)

Gland – Der überraschende Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses hinterlässt Spuren bei der Swissquote. Wie die Online-Bank am Freitag mitteilte, haben viele Kunden auf eine Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro gesetzt. Der Einbruch von bis zu 15% habe bei den Kunden nun einen Minussaldo verursacht und die Bank zu Rückstellungen von 25 Mio CHF veranlasst.

Mit der Rückstellungen sollen mögliche Verluste gedeckt werden, die sich aus unbesicherten Krediten an Devisen-Kunden ergeben könnten, die zur Glattstellung von Positionen gewährt worden seien. Demgegenüber habe sich im Aktienhandelsgeschäft keinen Rückstellungsbedarf ergeben, sagte CEO Mark Bürki auf Anfrage von AWP. «Es ist eigentlich unmöglich, solch plötzliche und grosse Wechselkursschwankungen zu überwachen, und gewisse Kunden haben bedeutende Verluste erlitten.»

Rekord-Handelsvolumen
Was das Handelsvolumen betrifft, habe man einen Rekordtag erlebt. «In den zwei Stunden nach der SNB-Ankündigung fiel der Umsatz etwa 10x höher aus als üblich. So etwas haben wir noch nie gesehen», sagte Bürki weiter. Ausserdem habe die Plattform Besuch erhalten von zahlreichen Neugierigen, welche die Entwicklung der Börsenkurse möglichst zeitnah hätten miterleben wollen.

«Profitabilität nicht in Frage gestellt»
Die Rückstellung werde zwar die Zahlen zum ersten Halbjahr 2015 beeinflussen, die Profitabilität und Solidität der Bank aber nicht in Frage stellen. Auch unter Einbezug der Rückstellung werde die Bank eine Kernkapitalquote (Tier 1) um 17% ausweisen, hiess es weiter.

Swissquote erwartet für das Geschäftsjahr 2014 aufgrund vorläufiger, ungeprüfter Zahlen einen Umsatz von ca. 145 Mio CHF (VJ 125 Mio) sowie einen Vorsteuergewinn von ca. 28 Mio CHF. Weitere Details sollen anlässlich der Bilanzpräsentation vom 3. März bekannt gegeben werden.

Die Swissquote-Aktie verliert am Freitag bis 10.15 Uhr um 5,3% und büsst damit etwas mehr Terrain ein als der Gesamtmarkt (SPI -4,6%). Am Vortag hatte das Papier zum Schluss mit -3,8% allerdings deutlich unterdurchschnittlich verloren. (awp/mc/pg)

 

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