Swissquote schreibt 2017 Rekordergebnisse

Marc Bürki
Swissquote-CEO Marc Bürki. (Foto: Swissquote)

Gland – Die Onlinebank Swissquote hat im vergangenen Jahr den Ertrag sowie die Gewinnzahlen auf neue Höchstwerte gesteigert. Rückenwind erhielt das Institut vom neuen Angebot des Handels mit Kryptowährungen – aber auch vom Handel mit derivativen Produkten und einem wachsenden «Robo-Advisory»-Geschäft. Für das neue Geschäftsjahr 2018 ist Swissquote zuversichtlich.

Für das Geschäftsjahr 2017 resultierte ein rekordhoher Reingewinn von 39,2 Mio CHF, der fast 90% über dem Vorjahreswert zu liegen kam. Der Gesamtertrag legte um 25% auf 187,8 Mio CHF zu, wie das Institut am Freitag mitteilte. Swissquote hatte bereits im Januar erste Angaben zum Geschäftsjahr gemacht. Die Aktionäre erhalten eine um 30 Rappen erhöhte Dividende von 90 Rappen je Aktie.

Beim Nettoneugeld verzeichnete das Institut mit 2,7 Mrd CHF einen langsameren Zufluss als noch im Jahr davor (6,1 Mrd CHF). Insgesamt beliefen sich die Depotvermögen per Ende 2017 auf 24,1 Mrd CHF nach 18,6 Mrd CHF im Vorjahr.

Höhere Anzahl Transaktionen
Der Kommissionsertrag stieg im vergangenen Jahr um 22,5% auf 85,2 Mio CHF, dies bei deutlich mehr Transaktionen. Die Anzahl Transaktionen pro Kunde und Jahr blieb allerdings mit 11,0 stabil. Zum guten Kommissionsertrag trugen auch das «Robo-Advisory» (ePrivate Banking), der Handel mit derivativen Produkten über Swiss DOTS sowie der Handel mit Kryptowährungen bei.

Zulegen konnte Swissquote aber auch im Devisenhandel (eForex) dank zahlreicher Neukunden (+29%) sowie markant gestiegener Vermögen der eForex-Kunden (+46%). Der eForex-Ertrag nahm in der Folge um 26% auf 66,7 Mio CHF zu. Der Handelsertrag stieg um 32,7% auf 22,3 Mio CHF und der Zinsertrag erhöhte sich um 28% auf 19,7 Mio.

Neue Handelskonten dank Kryptowährungen
Die Zahl der Konten stieg im vergangenen Jahr insgesamt um 2,2% auf 309’775, wobei vor allem Zunahmen bei «Robo-Advisory»-Konten und bei eForex-Konten auffielen. Die Einführung des Handels mit Kryptowährungen habe zu einer «Flut» von neuen Handelskonten gegen Ende des Jahres geführt, die sich ertragsmässig im 1. Halbjahr 2018 auswirken sollen, hiess es.

Swissquote hatte Mitte 2017 ein Angebot für den Handel mit Bitcoin lanciert. Mittlerweile wurde das Angebot auf den Handel mit den weiteren Kryptowährungen Bitcoin Cash, Ether, Litecoin und Ripple erweitert. Im neuen Jahr will Swissquote weitere Investitionen für die Verbesserung der Dienstleistungen in diesem Segment tätigen, sagte CEO Marc Bürki an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Auch die Aufnahme weiterer Kryptowährungen in das Portefeuille werde erwogen.

Die Erträge aus dem Kryptowährungshandel bezifferte Bürki für 2017 auf 5,6 Mio CHF. Im neuen Geschäftsjahr 2018 sollen sie 12-15 Mio CHF betragen. Der Swissquote-CEO räumte einen gewissen «Hype» um die Kryptowährungen im vergangenen Jahr ein. Trotz negativer Presse sei das Interesse an ihnen aber intakt geblieben. Die Kryptowährungen würden in den kommenden Jahren ihren Weg machen, gab sich Bürki überzeugt.

Weiterer Anstieg erwartet
Für das neue Geschäftsjahr 2018 gaben sich die Swissquote-Verantwortlichen insgesamt zuversichtlich: Das Institut rechne mit einem weiteren Betriebsertrags- und Gewinnwachstum «in der Grössenordnung von 10%».

Am Aktienmarkt wurde das Ergebnis positiv kommentiert. Die ZKB-Analysten etwa sprachen von einem «sehr zufriedenstellenden» Ergebnis, wobei vor allem der Ausblick für 2018 neu sei, die Helvea-Experten lobten zudem eine höher als erwartete Dividende. Die Aktie gab dennoch um 1,9% auf 47,05 CHF nach. (awp/mc/ps)

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