Trichet: Keine Verpflichtung Privater in Griechenland-Rettung

Jean-Claude Trichet
Jean-Claude Trichet, ehemaliger Präsident Europäische Zentralbank EZB (bis 31.10.2011)

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

Brüssel – Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Ablehnung einer verpflichtenden Einbindung privater Gläubiger in die Griechenland-Rettung bekräftigt. Die Notenbank sei gegen jede Art der Einbindung, die nicht komplett auf Freiwilligkeit beruhe, sagte EZB-Chef Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Brüssel vor dem EU-Parlament.

In jedem Fall müsse ein «Kreditereignis» wie eine Zahlungsunfähigkeit vermieden werden. Die Einbeziehung privater Gläubiger gilt vor allem deswegen als problematisch, weil die Ratingagenturen dies als Zahlungsausfall werten könnten, mit schwerwiegenden Konsequenzen für den Bankensektor.

Notenbank derzeit «sehr wachsam»
An einer Laufzeitverlängerung griechischer Staatsanleihen, wie derzeit angestrebt, werde sich die EZB nicht beteiligen, bekräftigte Trichet. «Es geht um die Einbeziehung des privaten Sektors, nicht um den öffentlichen Sektor.» Trichet bekräftigte zudem, dass die Notenbank derzeit «sehr wachsam» sei. Damit signalisiert die EZB für gewöhnlich eine Zinserhöhung für ihre nächste Sitzung. Für kommenden Donnerstag erwarten Experten die zweite Zinserhöhung der Notenbank nach der Finanzkrise.

Trichet warnt vor Dauerdebatten über Griechenland
Jean-Claude Trichet warnt vor Dauerdebatten über das krisengeschüttelte Griechenland. Es müsse jetzt vor allem darum gehen, Vertrauen wiederherzustellen, forderte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel. Trichet sagte: «Es ist gewiss: Falls es eine dauerhafte, unaufhörliche Debatte gibt, macht man nicht das, was für einen Erfolg nötig ist.» Er antwortete damit auf eine Frage, ob das Land vor einem Solvenz- oder einem Liquiditätsproblem stehe. Notwendig sei eine «weniger spektakuläre» Diskussion, zudem müssten Beteiligte zu gefällten Beschlüssen stehen. Trichets äusserte sich unmittelbar vor einer weiteren Abstimmung des griechischen Parlaments über den 78-Milliarden-Euro-Sparplan. (awp/mc/ps/upd/ss)

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