UBS: Axel Weber rechnet mit jahrelanger Aufarbeitung des Liborskandals

Axel Weber
UBS-VRP Axel Weber.

UBS-VRP Axel Weber.

Zürich/Bern/Hongkong  – Einen Tag nachdem der UBS eine Milliardenstrafe für ihre Verfehlungen im Liborskandal aufgebrummt worden ist, gelobt die Grossbank Besserung. Verwaltungsratspräsident Axel Weber geht davon aus, dass sich die Aufarbeitung noch lange hinziehen dürfte. «Bis wir mit den wichtigsten Themen im Reinen sind, wird es wohl zwei Jahre dauern», sagte Weber in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

Die Aufarbeitung mit Regulatoren und Wettbewerbsbehörden sei der erste Schritt. Zivilrechtliche Verfahren und Schadenersatzklagen seien nicht auszuschliessen. Unverbindlich äusserte sich Weber zu möglichen Klagen der UBS gegen frühere Topmanager wie Marcel Ospel. Er sei sich der Verantwortung gegenüber Aktionären und Kunden bewusst und die Bank werde «alle Optionen prüfen». Weber plädierte für einen kulturellen Wandel: Die UBS müsse an der Unternehmenskultur arbeiten, «damit solche Fehler wie beim Libor-Thema nicht mehr passieren». Bei regelwidrigem Verhalten solle der Grundsatz der Nulltoleranz gelten.

Ermittlungen in Hongkong und Singapur
Noch ist das ganze Ausmass des Liborskandals jedoch nicht bekannt: Die Aufsichtsbehörde von Hongkong teilte am Donnertag mit, sie gehe dem Verdacht nach, dass es bei UBS Fehlverhalten bei der Festlegung des Referenzzinssatzes Hibor (Hong Kong Interbank Offered Rate) und anderer in der Region bedeutsamen Referenzsätze gegeben habe. Entsprechende Hinweise seien ihr von ausländischen Aufsichtsbehörden übergeben worden.

Auch die Aufsichtsbehörden in Singapur gehen der Frage nach, wie Referenzzinssätze und Referenzwechselkurse in der Vergangenheit zustande kamen. Ein Sprecher der Monetary Authority of Singapur (MAS) sagte, die an der Festlegung der Sätze beteiligten Banken – darunter die UBS – seien dabei, das eigenen Vorgehen zu überprüfen. (awp/mc/upd/ps)

 

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