UBS: CEO Ermotti verdient 8,87 Mio – Orcel erhält für Antritt über 24 Mio

Sergio Ermotti

UBS-Konzernchef Sergio Ermotti.

Zürich – Die Grossbank UBS hat im Zusammenhang mit ihrem Geschäftsbericht 2012 auch die Vergütungen ihrer Geschäftsleitung bekannt gegeben. Demnach verdiente Konzernchef Sergio Ermotti im vergangenen Jahr total 8,87 Mio CHF. 2011 waren es zwar lediglich 6,35 Mio gewesen, allerdings war Ermotti erst im Laufe des Jahres zur UBS gestossen und hatte die CEO-Funktion erst Ende September zuerst ad interim und dann Mitte November definitiv übernommen. Das Grundgehalt Ermottis lag 2012 bei 2,50 Mio (VJ 1,39 Mio), der Rest waren diverse leistungsabhängige Zahlungen sowie Nebenleistungen und Arbeitgeberbeiträge an Vorsorgeeinrichtungen.

Ähnlich viel verdient wie Ermotti hat letztes Jahr mit 8,55 Mio (VJ 9,18 Mio) Robert McCann, CEO des Bereichs Wealth Management Americas. Er erhielt damit hinter dem CEO die zweithöchste Gesamtvergütung. Die Gesamtvergütung aller Geschäftsleitungsmitglieder war mit 70,4 Mio CHF praktisch gleich hoch wie 2011 (70,1 Mio). Für Konzernleitungsmitglieder, die während der gesamten Jahre 2011 und 2012 im Amt waren, sanken die leistungsabhängigen Zuteilungen laut UBS allerdings um 10% und die Gesamtvergütung um 7%.

Grosszügiges Antrittsgeld für Orcel
Gut entschädigt für seinen Wechsel zur UBS wurde Andrea Orcel, der vom US-Institut Bank of America Merrill Lynch (BAC) kam und seit November 2012 alleiniger CEO der Sparte Investment Banking (IB) ist. «Im Einklang mit der Marktpraxis» habe er Zuteilungen als Ersatz für aufgeschobene Vergütungen und Nebenleistungen seines früheren Arbeitgebers erhalten, die infolge seines Eintritts bei UBS verfallen seien, heisst es im Geschäftsbericht.

Die Ersatzzuteilung für Orcel bestand aus einer aufgeschobenen Barvergütung von 6,364 Mio USD und einer Zuteilung von 1’755’691 UBS-Aktien, die zum Zeitpunkt der Gewährung einen Fair Value von insgesamt 18,5 Mio CHF aufwiesen. Zusammengezählt machen Barvergütung und Aktien damit gegen 25 Mio CHF aus. Zum gegenwärtigen Kurs der UBS-Aktien hat das gewährte Paket einen Wert von über 26 Mio CHF. Barvergütung und Aktienzuteilung werden in den Jahren 2013, 2014 und 2015 in Tranchen fällig.

Die Gesamtvergütung aller im Verlauf des Jahres 2012 ausgeschiedenen GL-Mitglieder erreichte 1,71 Mio und war damit deutlich kleiner als 2011 (7,05 Mio).

VR-Präsident Axel Weber verdiente im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 3,57 Mio, sein Vorgänger Kaspar Villiger 0,61 (1,49) Mio CHF (2011: 1,49 Mio).

Kleinerer Bonus-Topf
Den Mitarbeitern zahlte die UBS vergangenes Jahr Boni in Höhe von 2,5 Mrd CHF aus, wie sie bereits im Februar bekannt gegeben hatte, als sie einen Jahresverlust in gleicher Höhe ausweisen musste. Der Boni-Topf ist damit um 7% kleiner ausgefallen als noch 2011, wobei allerdings gleichzeitig auch die Zahl der Mitarbeitenden sank.

Die UBS gab im Februar auch bekannt, Boni nach einem neuen System auszurichten. Die leistungsabhängigen Lohnbestandteile sollen länger gesperrt bleiben und die Baranteile kleiner werden. Das neue Vergütungssystem solle die Interessen des Unternehmens, der Mitarbeitenden und der Aktionäre besser in Einklang bringen, sagte UBS-Chef Sergio Ermotti an der diesjährigen Bilanzmedienkonferenz.

Die Bankführung nehme das Ergebnis der Konsultativabstimmung an der letzten Generalversammlung sehr ernst, sagte Ermotti damals weiter. Der Vergütungsbericht erhielt letzten Frühling nach heftiger Kritik von Aktionären nur 60% Ja-Stimmen.

Boni trotz Reinverlust von 2,5 Mrd Franken
Dass die Grossbank UBS trotz eines Reinverlustes von 2,5 Mrd CHF im vergangenen Jahr der Geschäftsleitung Boni bezahlt, begründet Verwaltungsratspräsident Axel Weber mit der positiven Entwicklung der Bank. Zudem habe die UBS aus operativer Sicht einen Gewinn erwirtschaftet.

«Wir haben im Jahr 2012 wichtige Weichen für die Zukunft von UBS gestellt und gute Fortschritte bei der Lösung vergangenheitsbezogener Probleme gemacht», sagt Axel Weber in einer am Donnerstag auf dem Intranet der UBS veröffentlichten Stellungnahme, die der Nachrichtenagentur sda vorliegt. Die Fortschritte hätten aber zu hohen Sonderbelastungen und buchhalterischen Korrekturen auf den eigenen Verbindlichkeiten geführt.

«Ein negatives Ergebnis durch Themen aus der Vergangenheit und die Beschleunigung des Umbaus von UBS ist anders zu bewerten als ein operativer Verlust», verteidigt Weber die Boni an die Geschäftsleitung. Weber verwies in der internen Stellungnahme an die Mitarbeiter denn auch auf den Neugeldzufluss der Bank in Höhe von 47 Mrd CHF und den Anstieg des Aktienkurses um 28% im vergangenen Jahr. (awp/mc/ps)

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