UBS will Eigenkapital-Basis langfristig stärken

UBS

Zürich – Die UBS hat ein Programm zur längerfristigen Verstärkung ihrer Eigenkapitalbasis gestartet. Wie die Grossbank bekannt gab, wurden am Markt sogenannte nachrangige, verlustabsorbierende und nicht verwässernde Schuldverschreibungen (Notes) in Höhe von 2 Mrd USD platziert. Die Papiere haben eine Laufzeit von zehn Jahren, können ab dem fünften Jahr der Laufzeit getilgt werden und sind mit einem nicht aufschiebbaren Coupon von 7,25% p.a. ausgestattet. Damit bestätigte die UBS Informationen, die schon vergangene Woche durchgesickert waren.

Der verlustabsorbierende Trigger ist den Angaben zufolge bei einer Kernkapitalquote von 5% festgelegt, das heisst unter dieser Grenze werden Investoren einen Verlust hinnehmen müssen. Die Quote wird bis Ende 2012 gemäss den regulatorischen Vorgaben von Basel 2.5 berechnet, anschliessend gelten die stufenweise umzusetzenden Basel-III-Regeln.

Bei privaten und institutionellen Investoren platziert
Die Notes seien in Mindesttranchen von 200’000 USD offeriert und bei einer breiten Basis privater und institutioneller Investoren in Asien und Europa platziert worden, heisst es weiter in der Mitteilung. Laut Angaben von Marktteilnehmern vergangene Woche hatten Gebote über insgesamt 5,5 Mrd USD vorgelegen, als das Orderbuch geschlossen wurde. Rund 70% der Nachfrage hätten dabei von reichen Privatanlegern und Kunden von Vermögensverwaltungsbanken gestammt, der Rest von institutionellen Investoren, hiess es weiter. Schätzungsweise 60% der Gebote seien aus Asien gekommen, der Rest aus Europa.

Weitere Emissionen in ähnlichem Stil
Die Ausgabe dieser Notes bei der UBS ist der Auftakt für weitere Emissionen in ähnlichem Stil. CFO Tom Naratil wird dazu in der Mitteilung mit folgenden Worten zitiert: «Die aktuelle Transaktion ist der Auftakt eines Emissionsprogramms, mit dem wir unsere verlustabsorbierende Kapitalbasis aufbauen wollen, um die Anforderungen der FINMA und des Basler Komitees für systemrelevante Banken zu erfüllen, deutlich vor Ablauf der regulatorischen Fristen.»

Verschärfte Kapitalregeln
Hintergrund der Lancierung sind die verschärften Kapitalregeln für die Banken. Die UBS und die CS müssen unter dem Regelregime Basel III und zusätzlichen Schweizer Auflagen bis 2019 eine Kapitalquote von 19% erreichen. Ein Teil davon darf aus Coco-Bonds (Contingent Convertible) oder ähnlichen Instrumenten bestehen. Die UBS will laut früheren Angaben bis 2013 eine Eigenkapitalquote von 13% erreichen. Weitere Details, etwa zum Zeitpunkt einer nächsten Transaktion, wollte die Bank auf Anfrage aber nicht nennen.

CoCo-Bonds-Platzierung der CS im letzten Jahr
Die Credit Suisse hatte bereits im letzten Jahr – ebenfalls zur Stärkung der Eigenkapitalbasis – sogenannte CoCo-Bonds (Contingent Convertible) im Markt platziert. Diese werden im Gegensatz zu den UBS-Papieren in Aktien umgewandelt, wenn eine bestimmte Eigenkapitalquote unterschritten wird. (awp/mc/pg)

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