UBS bekommt im zweiten Quartal eingetrübte Marktstimmung zu spüren

UBS
(Photo by 🇨🇭 Claudio Schwarz | @purzlbaum on Unsplash)

Zürich – Die UBS hat den Markt mit ihrem Quartalsergebnis für einmal nicht positiv überrascht. Dank einer bereits angekündigten Veräusserung verdiente die Grossbank aber dennoch im zweiten Quartal über 2 Milliarden US-Dollar und damit etwas mehr als im Vorjahr. Die Verwerfungen an den Finanzmärkten liessen die verwalteten Vermögen aber unter 4 Billionen Dollar fallen.

Der weltgrösste Vermögensverwalter machte in der Periode von April bis Juni 2022 einen Gewinn von 2,11 Milliarden US-Dollar nach 2,01 Milliarden im zweiten Quartal 2021. Dabei hat der Verkauf einer Beteiligung an einem japanischem Joint Venture einen ausserordentlichen Gewinn von 848 Millionen Dollar in die Kassen gespült.

Ohne den ausserordentlichen Posten wäre der Gewinn somit klar rückläufig gewesen. «Das zweite Quartal war für Anleger eine der schwierigsten Phasen der letzten zehn Jahre», sagte CEO Ralph Hamers am Dienstag. Er verwies auf die hohe Inflation, den Ukraine-Krieg und die strenge Coronapolitik in Teilen Asiens.

Mit dem Ergebnis der Bank zeigte er sich aber dennoch zufrieden. Die operative Perfomance sei gut gewesen angesichts des Umfelds mit tieferen Vermögen, höherer Volatilität und steigenden Zinsen, sagte er.

Kapitalmarktgeschäft stark rückläufig
Schwer auf dem Zwischenbericht lastete der Rückgang der verwalteten Vermögen. Wegen der schwachen Entwicklung an den internationalen Aktien- und Anleihenmärkten nahmen diese nämlich im Berichtsquartal massiv ab, was sich dann auch auf die entsprechenden Gebühren auswirkte. Insgesamt verwaltete die Bank per Ende Juni noch 3,9 Billionen Dollar – fast 500 Milliarden weniger als Ende März. Mittelfristig will sie eigentlich auf über 6 Billionen kommen.

Auch beim Neugeld spürte die UBS die schwierige Lage: In der wichtigen globalen Vermögensverwaltung waren es lediglich 0,4 Milliarden Dollar sogenannter gebührengenerierender Vermögen, die sie netto anziehen konnte.

Den Sondereffekt herausgerechnet brach der Gewinn vor Steuern im Jahresvergleich in allen vier Divisionen Global Wealth Management (-11%), Investment Bank (-39%), Asset Management (-49%) und im Schweiz-Geschäft (-13%) ein. Im Investment Banking litt die UBS insbesondere an dem geringen Appetit an den Kapitalmärkten für zum Beispiel Börsengänge oder Übernahmen.

Einstellungsstopp kein Thema
Insgesamt hat die UBS die Einnahmen und Kosten dennoch in etwa stabil gehalten. Und trotz der hohen Inflation und den Risiken für die Erträge geht sie auch weiterhin davon aus, das Verhältnis der Kosten zu den Erträgen – eine für Banken wichtige Kennzahl – innerhalb des eigenen Zielbands zu halten. Auch sei die UBS auf gutem Weg mit den geplanten Kosteneinsparungen, sagte Hamers an einer Telefonkonferenz mit Analysten. Einstellungsstopps seien trotz des sich eintrübenden Marktumfelds keine vorgesehen, und auch eine grössere Restrukturierung sei kein Thema.

Auch die Mittelfristziele bezüglich der Profitabilität und die Pläne zur Kapitalrückführung wurden am Dienstag bestätigt. Für den weiteren Ausblick gibt sich die UBS aber vorsichtig: Die Unsicherheit über den weiteren Gang der globalen Wirtschaft habe sich erhöht, hiess es. Die Unsicherheiten dürften die Kundenaktivität auch im dritten Quartal belasten. Hinzu komme die übliche Saisonalität im Sommer.

Nichtsdestotrotz steht die UBS nach wie vor solide da und deutlich robuster als etwa die krisengebeutelte kleinere der zwei Schweizer Grossbanken. Die Credit Suisse, die am (morgigen) Mittwoch Ergebnisse präsentiert, hat für das zweite Quartal bereits einen Verlust in Aussicht gestellt.

Investoren aufgeschreckt
An der Börse brachen die Aktien der UBS am Dienstag aber dennoch ein. Sie erlitten mit einem Absturz von 9,4 Prozent auf 14,63 Franken den grössten Taucher in diesem Jahr. Auf Jahressicht schneiden die UBS-Titel (-11%) aber immer noch etwas besser ab als der Gesamtmarkt SMI (-14%) und viel besser als CS (-42%).

Die UBS habe ein enttäuschendes operatives Ergebnis vorgelegt, kommentieren die Analysten von KBW. Eigentlich komme es selten vor, dass die grösste Schweizer Bank die Markterwartungen verfehle. Mit Blick auf die einzelnen Division gebe es dieses Mal wenig Positives zu berichten. Es zeichne sich damit eine Verschiebung des Bilds auch für die UBS hin zum Negativen ab. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.