UBS: Finma beanstandet «erhebliche Kontrollmängel» im Fall Adoboli

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UBS-Sitz in London.

Bern – Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat ihren Bericht zum UBS-Handelsverlust in London (Fall Adoboli) abgeschlossen. Sie hat dabei «erhebliche Kontrollmängel» festgestellt. Koordiniert mit der FINMA schliesst auch die britische Finanzmarktbehörde FSA ihr Verfahren mit einer Busse von 29,7 Mio GBP oder umgerechnet 44 Mio an die UBS ab, wie die FINMA am Montag mitteilte.

Das Verfahren der Finma habe ergeben, dass Risikomanagement und Kontrollumfeld der Investmentbank der UBS schwerwiegende Mängel aufgewiesen hätten, heisst es. Ohne diese Mängel wären nach Auffassung der Behörde die betrügerischen Transaktionen des fehlbaren Händlers früher entdeckt worden.

Akquisitionsverbot
Die Behörde hatte laut Mitteilung unmittelbar nach Bekanntwerden der nicht autorisierten Handelsaktivitäten im September 2011 präventive Massnahmen zur Begrenzung der operationellen Risiken der UBS angeordnet. So darf die UBS-Investmentbank seither unter anderem keine neuen Akquisitionen tätigen. Zudem muss jede neue Geschäftsinitiative, die die UBS in der Investmentbank ergreifen will und die voraussichtlich die operationelle Komplexität erhöhe, vorgängig von der FINMA akzeptiert werden.

Die risikogewichteten Aktiven der Investmentbank der UBS unterliegen zudem einer Obergrenze, die sich von 2012 bis 2015 kontinuierlich reduziert. Die risikogewichteten Aktiven der Londoner Niederlassung unterliegen ebenfalls einer sich über die Jahre verringernden Obergrenze.

Organisatorische Massnahmen eingeleitet
Seit dem Handelsverlust habe die UBS eine grosse Zahl organisatorischer Massnahmen eingeleitet, um Risikomanagement und Kontrollfähigkeiten zu stärken, schreibt die FINMA: Personelle Konsequenzen seien gezogen worden, Kernprozesse in Front- und Backoffice angepasst und Schwächen in der Abwicklung von Handelsgeschäften adressiert worden. Diese und weitere Massnahmen seien in Umsetzung, so die FINMA zudem.

Die Umsetzung des Massnahmenpakets bei der UBS werde von der FINMA eng begleitet. Sie hat ausserdem aber zusätzliche Massnahmen angeordnet. So setzt sie einen unabhängigen Untersuchungsbeauftragten ein, um die Fortschritte und den Abschluss des Massnahmenpakets zu überwachen. Ausserdem prüft die FINMA weiter, ob die Kapitalunterlegung der operationellen Risiken der UBS zu erhöhen sei.

UBS akzeptiert Untersuchungsergebnisse und Strafzahlungen
Die UBS zeigt sich erleichtert vom Abschluss der Untersuchungen der FINMA und der FSA im Fall Adoboli. «Wir haben mit den beiden Regulatoren bei ihren Untersuchungen von Anfang an vollumfänglich kooperiert, akzeptieren das Ergebnis und die damit verbundenen Strafzahlungen», schreibt die Bank nun in einem Communiqué. «Wir sind zufrieden, dass dieses Kapitel nun abgeschlossen ist und dass die Regulatoren die Massnahmen anerkannt haben, welche UBS seit dem Vorfall getroffen hat.»

«Umfangreiche Verbesserungsmassnahmen»
Die UBS habe umfangreiche Verbesserungsmassnahmen vorgenommen, heisst es weiter. So habe man die Schwachstelle bei der internen Kontrolle der Finanzberichterstattung behoben. Die Bank habe ausserdem «angemessene disziplinarische Massnahmen» gegen Mitarbeitende ergriffen und die Risikokontrolle im gesamten Unternehmen verstärkt. Mitarbeitende würden dabei in Schulungen speziell für die «Wichtigkeit des Risikomanagements und richtigen Verhaltens» sensibilisiert.

Man habe auch die Art und Weise verändert, wie Mitarbeitende beurteilt und entlohnt würden. Ausserdem habe man im vergangenen Jahr «beträchtliche Fortschritte» erzielt und damit die «Position als eine der finanziell gesündesten global tätigen Banken weiter gefestigt». Und man habe Schritte angekündigt, um die Umsetzung der Strategie zu beschleunigen und die Bank weniger komplex, berechenbarer und fit für die Zukunft zu machen. (awp/mc/upd/ps)

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