UBS hofft auf Rückenwind durch US-Zinserhöhung

Sergio Ermotti
UBS-CEO Sergio Ermotti. (Foto: UBS)

Zürich – Die Schweizer Grossbank UBS erhofft sich Rückenwind durch steigenden Zinsen und eine lockere Fiskalpolitik in den USA. Kurzfristig das grösste Potenzial sieht Konzernchef Sergio Ermotti im Vermögensverwaltungsgeschäft in den USA.

„Mittelfristig müssten alle unsere Geschäftsbereiche von einer Normalisierung der Zinssituation profitieren“, sagte der UBS-Chef in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. Abzuwarten bleibe jedoch, ob die Kunden der UBS mit positiven Signalen aus den USA auch wieder mehr handeln.

Zuletzt hatten sie sich wegen diverser politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten wie den US-Wahlen und dem Brexit zurückgehalten. Der Bank gingen damit wichtige Gebühreneinnahmen verloren.

Die Negativzinsen in der Schweiz setzen laut Ermotti das wichtige Geschäft am Heimatmarkt unter Druck. „Bleiben die Zinsen so wie sie sind, werden unsere Ergebnisse hier schon leiden“, sagte er. Die wichtigsten ausländischen Wachstumsmärkte für die UBS in den nächsten drei bis fünf Jahren seien die USA und China. „Unser Ziel in den USA ist es, unsere Position als bester nichtamerikanischer Vermögensverwalter auszubauen.“

Sechs Milliarden Franken für Rechtsfälle
Auch zu den Rechtsstreitigkeiten äusserte sich Ermotti: Seit 2012 habe die Bank rund sechs Milliarden Franken für die Beilegung offener Rechtsfälle aufgewendet. Angesprochen auf Forderung nach Lockerungen im Hypothekargeschäft betonte der UBS-Chef, hier stehe die Nachhaltigkeit im Vordergrund. „Dafür sind wir auch bereit, Marktanteile preiszugeben, auch wenn uns das nicht leicht fällt.“

Ermotti verwies zudem darauf, dass seine Bank „seit 2013 rund 3,5 Milliarden Franken ausgegeben habe, um regulatorische Anforderungen zu implementieren.“ Für den Schweizer Finanzplatz forderte er eine Strategie, die „motivierend wirkt und dazu beiträgt, die Anstrengungen der gesamten Branche zu bündeln“. Er hoffe, dass der Finanzplatz nicht immer mehr eingeschränkt werde.

Ob er auch noch in fünf Jahren an der Spitze der grössten Schweizer Bank stehe, liess er offen. „Ich mag meinen Job gerne und es gibt noch viel zu tun. Einen Zeithorizont gebe ich mir nicht.“ (awp/mc/ps)

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