UBS muss wegen US-Steuerreform Quartalsverlust ausweisen

Sergio Ermotti
UBS-CEO Sergio Ermotti. (Foto: UBS)

Zürich – Abschreibungen als Folge der Steuerreform in den USA haben die Grossbank UBS im vierten Quartal in die roten Zahlen gedrückt. Entsprechend fällt auch der Jahresgewinn weniger hoch aus als 2016. Operativ lief es der Bank 2017 jedoch besser als im Vorjahr. Die Dividende kann entsprechend erhöht werden, zudem wurde ein Aktienrückauf angekündigt. Bei der UBS-Aktie kommt es derweil zu Gewinnmitnahmen.

Nach 3,20 Mrd CHF im Vorjahr hat die grösste Schweizer Bank 2017 noch einen Gewinn von 1,17 Mrd geschrieben. Der Grund für den Rückgang ist, dass die UBS in Folge der Steuersenkungen in den USA einen Teil der Steuergutschriften aus früheren Verlustjahren abschreiben musste. Der Abschreiber daraus, der im vierten Quartal verbucht wurde, beträgt 2,9 Mrd CHF, so dass die Bank im vierten Quartal gar einen Verlust von 2,22 Mrd CHF geschrieben hat.

Diesen buchhalterischen Effekt nicht berücksichtigt, war die UBS 2017 jedoch erfolgreicher unterwegs als 2016. So konnte die Grossbank einerseits die Erträge auf 29,1 Mrd von 28,3 Mrd CHF steigern, und die Aufwendungen konnten um über eine halbe Milliarde auf noch 23,7 Mrd CHF gesenkt werden.

Der Vorsteuergewinn ohne Sonderkosten erhöhte sich entsprechend auf 5,41 Mrd von 4,09 Mrd CHF. Zu dieser Steigerung um fast ein Drittel beigetragen hat insbesondere das Kerngeschäft – die globale Vermögensverwaltung. So steigerten das Wealth Management und das Wealth Management Americas den Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahr um 16% auf 3,55 Mrd CHF. Dabei profitierte die Bank nach eigenen Angaben von gestiegen Zinsen in den USA, vom Anziehen der Handelstätigkeit der Kunden und von der Zunahme der verwalteten Vermögen.

Hoher Neugeldzufluss
Mit einem Neugeldzufluss von 44,3 Mrd CHF hat die UBS 2017 auch leicht mehr Geld anziehen können als im Vorjahr (42,2 Mrd), wobei sie in den USA aufgrund der Änderung des Betriebsmodells einen Geldabfluss im Umfang von rund 6,8 Mrd CHF hinnehmen musste. Abflüsse gab es auch im Wealth Management – und zwar 20 Mrd CHF im Zusammenhang mit der Regulierung von nicht versteuerten Geldern im grenzüberschreitenden Geschäft. Diese wurden aber weit überkompensiert mit Neugeldern.

Auch die Investmentbank und das Asset Management befanden sich 2017 im Vorwärtsgang. Beide Divisionen konnten den Vorsteuergewinn klar steigern. Einen sinkenden Gewinn musste die UBS dagegen im Schweizer Geschäft vermelden. Der Vorsteuergewinn reduzierte sich um rund 10% auf 1,58 Mrd CHF. Die Grossbank weist zur Begründung auf gestiegene Finanzierungskosten, Effekte der Negativzinsen und einen höheren Aufwand hin. Die Schweizer Bank hat auch um 3% geringere Erträge als im Vorjahr erwirtschaftet.

Wesentlich zur Steigerung des Vorsteuergewinns beigetragen haben auch tiefere Kosten bei den zentralen Diensten und geringere Verluste bei Geschäften, aus denen die UBS aussteigt. Der Verlust hier machte noch 1,6 Mrd nach 2,2 Mrd CHF im Vorjahr aus.

Beim Kapitalpolster meldet die Bank, dass es auf das Jahresende wieder auf den Vorjahreswert von 13,8% (CET1, vollständig umgesetzt) angestiegen sei. Die Leverage Ratio lag derweil Ende 2017 bei 3,7%. CEO Sergio Ermotti kündigte an einer Telefonkonferenz in diesem Zusammenhang an, dass die Grossbank in den kommenden drei Jahren 4 Mrd CHF zusätzliches Kapital auf die Seite legen müsse, um die Kapitalanforderung Ende 2020 zu erfüllen. Die neuen Anforderungen durch die Revision der Bankenregulierung von Basel III erhöhen bei der Grossbank die risikogewichteten Aktiven (RWA) bis Anfang 2022 um voraussichtlich 35 Mrd CHF.

In Technologie investieren
Laut Ermotti sind künftig für die Bank jedoch nicht mehr dieses Kapitalpolster und auch nicht die Regulierung die bestimmenden Themen. „Das neue Jahrzehnt wird durch die Technologie geformt werden“, sagte er. Entsprechend will die UBS in diesen technologischen Wandel investieren. Vorgesehen ist laut Ermotti, dass die Bank jedes Jahr 10% der Einnahmen darauf verwenden will. Mit diesen rund 3 Mrd CHF sollen die Kunden besser, gleichzeitig aber auch kostengünstiger und effizienter bedient werden.

Mit den Jahreszahlen gab die Grossbank auch die Ziele für die nächsten drei Jahre bekannt. Sie fallen bescheidener als zuvor aus. So geht die UBS im Zeitraum von 2018 bis 2020 von einem ungünstigeren Aufwand-Ertragsverhältnis und einer tieferen Neugeldzufluss-Rate aus als in der letzten Planungsphase. Konzernchef Ermotti sprach diesbezüglich von „realistischen Zielen“.

Dafür verspricht die Bank aufgrund der erhöhten Klarheit im Blick auf Eigenmittelanforderungen eine höhere Dividende für die nächsten Jahre. Man strebe ein jährliches Wachstum der Ausschüttung pro Aktie im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das nicht benötigte Kapital soll zudem in Form von Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückgeführt werden.

Für das vergangenen Jahr 2017 schlägt der UBS-Verwaltungsrat schon mal eine Erhöhung um 8% auf 65 Rappen pro Aktie vor. Zudem startet die Bank ab März ein dreijähriges Aktienrückkaufprogramm im Umfang von maximal 2 Mrd CHF, wobei bereits dieses Jahr Aktien von rund 550 Mio CHF zurückgekauft werden sollen.

Diese News wurden von Investoren gern gehört, trotzdem stand die UBS-Aktie anfänglich stark unter Druck. Im Handelsverlauf vermochten die Papiere die Einbussen aber einzudämmen und schlossen sogar leicht im Plus (+0,4%). (awp/mc/ps)

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