UBS: Gewinn stark rückläufig – Kosteneinsparungen

Oswald Grübel

UBS-CEO Oswald Grübel.

Zürich – Die Grossbank UBS leidet unter dem schwierigen Umfeld an den Finanzmärkten: Der Gewinn fiel im zweiten Quartal markant schwächer aus als im ersten Jahresviertel, wobei in erster Linie die Investment Bank von der Flaute gezeichnet ist. Da die UBS zudem vorläufig keine Verbesserung des Umfeldes sieht, will sie in den nächsten Jahren Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Insgesamt flossen der Bank zwar netto noch Kundengelder zu, allerdings klar weniger als im ersten Quartal.

Im Gesamtkonzern hat die UBS in der Berichtsperiode noch Erträge von 7,17 Mrd CHF erwirtschaftet, was einem Minus von 14% bzw. 22% gegenüber dem Vorquartal bzw. dem Vorjahresquartal entspricht. Vor allem die Investment Bank litt unter der Verunsicherung der Anleger und der schlechten Stimmung an den Börsen; dort sanken die Erträge um fast ein Viertel auf noch 2,60 Mrd CHF, wie die Bank am Dienstag mitteilte.

Quartalsgewinn von 1 Mrd. Franken
Der Vorsteuergewinn erreichte 1,65 Mrd CHF, nachdem es im Vorquartal noch 2,24 und im Vorjahresquartal noch 2,61 Mrd gewesen waren. Auch hier sticht vor allem die Investment Bank heraus, die mit 0,38 Mrd rund 55% weniger verdiente als im ersten Quartal 2011. Unter dem Strich schliesslich verblieb ein Quartalsgewinn des Konzerns (nach Minderheiten) von 1,02 Mrd, nach 1,81 Mrd bzw. 2,01 Mrd in den entsprechenden Vorperioden.

Deutlich weniger Neugelder
Auch bei den Neugeldern ergab sich wieder eine Verschlechterung. Der Bank flossen im zweiten Jahresviertel Kundengelder im Umfang von netto noch 8,7 Mrd CHF zu, verglichen mit +22,3 Mrd CHF im Vorquartal. Dabei generierte das Wealth Management 5,6 Mrd CHF (Q1: 11,1 Mrd), das Wealth Management Americas 2,6 (Q1: 3,6) Mrd und beim Asset Management waren es netto 1,1 Mrd (Q1: 5,6) Mrd CHF. Insgesamt verwaltete die UBS per Ende Juni Vermögen von 2’069 Mrd CHF, dies nach 2’198 Mrd CHF per Ende März 2011 bzw. 2’152 Mrd Mitte 2’010.

Klar hinter den Erwartungen zurück
Die von der UBS vorgelegten Resultate lagen insgesamt klar unter den Erwartungen der Analysten. Im Durchschnitt hatten diese Erträge von 7,71 Mrd, einen Reingewinn von 1’211 Mio und einen Vorsteuergewinn von 1’817 Mio CHF für das zweite Quartal prognostiziert. Beim Nettoneugeld sahen die Experten einen Zufluss von 14,8 Mrd CHF.

Sparen im grossen Stil
Nicht ganz unerwartet muss die Bank aufgrund der Zahlen im grossen Stil sparen. «Wir glauben, dass wir unsere Profitabilität weiter steigern können; die 2009 formulierten mittelfristigen Ziele lassen sich jedoch innerhalb des dafür festgelegten Zeitrahmens von drei bis fünf Jahren wahrscheinlich nicht erreichen», heisst es in der Mitteilung. Die Bank will entsprechend in den nächsten zwei bis drei Jahren Kosten im Umfang von 1,5 bis 2 Mrd CHF eliminieren, wobei weiterhin in Wachstumsmärkte investiert werden soll. Wieviele Stellen sie dabei abbauen will, sagte die Bank nicht. Details zu möglichen neuen Ziele sollen im November bekannt gegeben werden.

Konzernchef Oswald Grübel wird in der Mitteilung mit folgenden Worten zitiert: «In den letzten zwölf Monaten gingen die Erträge der Banken zurück…. Wir reagieren auf dieses veränderte Umfeld und die schwächeren Konjunkturaussichten indem wir unser Geschäft anpassen und unsere Effizienz steigern.» Obwohl man die Ziele im ursprünglich vorgesehenen Zeitraum wahrscheinlich nicht erreichen werde, blicke die UBS dank ihrer «starken Wettbewerbsposition und Kapitalstärke» aber «mit Zuversicht in die Zukunft.»

Keine Verbesserung für Q3 erwartet
Kurzfristig deutet laut der Bank «wenig darauf hin, dass die wirtschaftliche Unsicherheit abnehmen wird». Deshalb erwartet sie für das dritte Quartal 2011 auch «keine nennenswerte Verbesserung des Marktumfelds», zumal in der Sommerferienzeit aus saisonalen Gründen mit rückläufigen Aktivitäten zu rechnen sei. Als Folge der geplanten Sparmassnahmen wird die Bank im weiteren Verlauf des Jahres zudem «vermutlich bedeutende Restrukturierungskosten» verbuchen müssen. Trotzdem gibt sie sich optimistisch: In Zukunft sollte es «dank der soliden Kapitalbasis, der finanziellen Stabilität und der klaren Fokussierung auf die Kostendisziplin gelingen, auf den bereits erzielten Fortschritten weiter aufzubauen», heisst es.

An «integrierter Bank» wird festgehalten
Die Strategie der sogenannten integrierten Bank will die Bank denn auch nicht aufgeben. Die allgemeine strategische Ausrichtung sei im zweiten Quartal vom Verwaltungsrat und der Konzernleitung bekräftigt worden, heisst es im Quartalsbericht. Man sei zuversichtlich, damit für Kunden und Aktionäre «am meisten Mehrwert zu schaffen».  (awp/mc/pg)

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