UBS schreibt Reingewinn von 4,2 Mrd Franken

Sergio Ermotti

UBS-CEO Sergio Ermotti.

Zürich – Die Grossbank UBS hat im vierten Quartal zwar einen Gewinn erzielt, die Erwartungen des Marktes damit aber nicht erfüllt. Erfreulich entwickelte sich indes der Zufluss neuer Kundengelder, und bezüglich Kostensenkungsprogramm sieht sich die Bank auf Kurs. Für das laufende Jahr zeigt sich das Management sehr vorsichtig.

Die UBS erzielte im vierten Quartal einen Geschäftsertrag von 5,97 Mrd CHF, was einem Rückgang gegenüber dem Vorquartal von 7% entspricht. Rückläufig war auch der Geschäftsaufwand, allerding nur um 1% auf 5,38 Mrd CHF. Dabei wurde der Personalaufwand um 7% auf 3,5 Mrd CHF reduziert, wobei Löhne und variable Vergütungen um 12% auf 317 Mio CHF abnahmen; der Personalbestand sank im vierten Quartal um 1’101 Stellen auf noch 64’820 Mitarbeitende. Die Effekte daraus werden aber erst in den kommenden Quartalen in der Kostenbasis sichtbar sein, teilte die Bank mit.

Erstmals seit 5 Jahren wieder Dividende
Vor Steuern verdiente das Institut 584 Mio CHF (-40% zum Vorquartal). Im vierten Quartal wurde ein Steueraufwand von 189 Mio CHF verbucht, verglichen mit einer Gutschrift von 40 Mio CHF im Vorquartal. Der Konzerngewinn nahm um 77% auf 395 Mio CHF ab. Wie bereits angekündigt, will die Bank erstmals seit fünf Jahren wieder eine Dividende an ihre Aktionäre ausschütten, und zwar 0,10 CHF pro Aktie.

Investmentbank erneut mit Verlust
In der Investment Bank senkte die UBS zwar den Geschäftsaufwand gegenüber dem dritten Quartal um 4% auf knapp 2 Mrd CHF, und die Erträge erhöhten sich um 21% auf 1,73 Mrd CHF. Trotzdem resultierte ein Vorsteuerverlust von 256 Mio CHF, nachdem bereits im Vorquartal ein solcher von 650 Mio CHF verbucht worden war. Unter Ausklammerung der eigenen Verbindlichkeiten belief sich der Verlust auf 186 Mio CHF. Die risikogewichteten Aktiven gemäss Basel 2,5 wurden auf 156 Mrd nach 198 Mrd zum Ende des Vorquartals gesenkt.

Ertragsrückgang im Wealth Management
Die Division Wealth Management verzeichnete einen Ertragsrückgang um 23% auf 1,6 Mrd CHF. Der Aufwand nahm dagegen nur um 7% auf 1,2 Mrd CHF ab. Vor Steurern verdiente die UBS in dieser Division 471 Mio CHF und damit 47% weniger als im dritten Quartal. Die Bruttomarge verringerte sich um 6 Basispunkte auf 91 Bp.

Einen Ertragszuwachs von 2% respektive 16% auf 1,3 Mrd beziehungsweise 464 Mio CHF verzeichneten das Wealth Managemet Americas und das Asset Management. Ersteres erzielte indes einen um 18% auf 224 Mio gesunkenen Vorsteuergewinn, während letzeres eine Zunahme von 49% auf 118 Mio CHF verzeichnete.

Verlust im Corporate Center
Das Corporate Center verbuchte einen Vorsteuerverlust von 273 Mio CHF, nach einem Verlust von 160 Mio CHF im Vorquartal. Diese Ergebnis ist gemäss UBS primär die Folge eines Verlustes aus der Bewertung der Optionen für den Kauf des Eigenkapitals des SNB StabFunds. Das Ergebnis enthält zudem einen Gewinn von 78 Mio CHF aus dem Verkauf einer Immobilie.

Erfreulicher Neugeldzufluss
Erfreulich entwickelte sich der Zufluss neuer Kundengelder, der sich im vierten Quartal auf netto 6,4 Mrd CHF belief. Dabei genierten die beiden Wealth-Management Einheiten neue Kundengelder in der Höhe von 5,0 Mrd. CHF (3,1 Mrd im WM, 1,9 Mrd im WM Americas). Die verwalteten Kundenvermögen beliefen sich per 31. Dezember auf 2’167 Mrd CHF, was einem Plus von 7% gegenüber Ende September entspricht. Die Zunahme führt die UBS hauptsächlich auf die positive Marktentwicklung zurück.

Keine Erholung im 1. Quartal erwartet
Die Kernkapitalquote (Tier 1) gemäss Basel II stieg von 18,4% per Ende des dritten Quartals auf 19,7% per Ende Dezember. Die Kernkapitalquote (Tier 1) gemäss Basel 2,5 nahm gegenüber dem Vorquartal um 0,9 Mrd CHF zu, und die risikogewichteten Aktiven gemäss Basel 2,5 verringerten sich um 42,9 Mrd auf 241 Mrd CHF. Als Folge davon verbesserte sich die Kernkapitalquote gemäss Basel 2,5 auf 16,0%, verglichen mit 13,2% per 30. September 2011. Per 31. Dezember 2011 belief sich die Bilanz auf 1’419 (VQ 1’447) Mrd CHF.

Für das laufende Jahr gibt sich das Management sehr vorsichtig. Es erwartet keine nachhaltige Erholung an den Märkten. Ein Anstieg der Kundenaktivität und Handelsvolumen, wie er sich im ersten Quartal üblicherweise beobachtet lasse, werde möglicherweise nicht im gewohnten Umfang stattfinden, schreibt die Bank. (awp/mc/pg)

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