UBS-Stabfund: Riskant – und letztlich erfolgreich

UBS

Bern – Wenn die UBS Ende Jahr die ausgelagerten Vermögenswerte aus der Finanzkrise zurückkauft hat, werden alle Spuren des im Oktober 2008 vom Bund und der SNB für die Grossbank geschnürten Rettungspakets verschwunden sein. Die öffentlichen Hand hat die Rettungsaktion zu guter Letzt nichts gekostet – als das Hilfspaket geschnürt wurde, war dies aber alles andere als klar.

Als der Bund und die Schweizerische Nationalbank (SNB) vor knapp fünf Jahren die Stärkung des Schweizer Finanzsystems einleiteten, beschlossen sie die Ausgliederung von Aktiven von der UBS-Bilanz in einen Stabilisierungsfonds (Stabfund). Das meiste davon waren Wertpapiere wie Hypothekarverbriefungen – mangels Markt hatten sie keinen Wert mehr. Das Massnahmenpaket sah vor, dass die SNB bis 60 Mrd CHF als Darlehen für den Aufkauf solcher illiquiden Aktiven zur Verfügung stellen würde. Parallel dazu hatte der Bund mittels Pflichtwandelanleihen 6 Mrd CHF in die UBS eingeschossen, um deren Eigenkapital zu stärken.

UBS drohte Kollaps
Das Ziel der Auslagerung der toxischen Anlagen war die Stabilisierung der UBS – aufgrund zahlreicher Abschreibungen im Zuge der Finanzkrise stand das Vertrauen der Kunden in die Grossbank auf der Kippe. Weil deshalb viele Kundengelder wegflossen, drohte die UBS zu kollabieren. So viele faule Wertpapiere wie ursprünglich gedacht mussten dann allerdings nicht in den Stabfund übertragen werden. Ende März 2009, als der Transfer der illiquiden Aktiven abgeschlossen war, belief sich das Darlehen der SNB an den Stabfund auf 38,7 Mrd USD oder umgerechnet rund 44 Mrd CHF.

Seither wurden die toxischen Wertpapiere verwertet und das Darlehen schrittweise zurückbezahlt. Bereits Ende 2009 betrug das Darlehen nur noch 21 Mrd CHF. Ende 2012 waren es noch 4,4 Mrd CHF, Ende Juni dieses Jahr sogar nur noch 1,2 Mrd CHF.

Unter dem Strich gewinnbringend
Das Darlehen wurde aber nicht nur schrittweise amortisiert, aus dem Stabsfund flossen auch Zinsen auf das Darlehen zur SNB. Zusammen mit Bewertungsgewinnen – der Stabfund wurde quasi als Tochtergesellschaft der SNB geführt – beeinflussten diese auch die Rechnung der SNB. Und dies meist positiv. Im Jahr 2010 beispielsweise trug der Stabfund 1,6 Mrd CHF zum SNB-Ergebnis bei.

Unter dem Strich erweist sich die Rettungsaktion für den Bund und die SNB somit als gewinnbringend. Während der Bund mit seinen UBS-Anteilen 1,2 Mrd CHF verdiente, warf der Stabfund für die SNB bisher über 3 Mrd CHF ab. So wichtig, wie sich das Hilfspaket 2008 für die Stabilisierung der UBS und des Schweizer Finanzmarktes erwiesen hat, so risikoreich waren aber die schliesslich gewinnbringenden Anlagen in die toxische Papiere der UBS damals. (awp/mc/pg)

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