UBS: Wohltätigkeit boomt weltweit, aber die meisten Stiftungen arbeiten weiterhin isoliert

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(Foto: UBS)

Zürich – Weltweit ist ein rasanter Anstieg der Wohltätigkeitsarbeit zu beobachten, aber die Ressourcen sind stark auf bestimmte Sektoren konzentriert und die Koordination zwischen den wohltätigen Stiftungen ist begrenzt. Das sind die wichtigsten Ergebnisse des Global Philanthropy Report, der ersten Studie ihrer Art, die heute veröffentlicht und von Wissenschaftlern des Hauser Instituts der Harvard Kennedy School mit Unterstützung von UBS erstellt wurde.

Zentrale Ergebnisse:

  • Der weltweite Philanthropie-Sektor ist jung und wächst schnell: 72 Prozent aller Stiftungen wurden in den vergangenen 25 Jahren gegründet.
  • Die Stiftungen sind geografisch stark konzentriert: 60 Prozent der über 260.000 Stiftungen sind in Europa und 35 Prozent in Nordamerika angesiedelt.
  • Während das Gesamtvermögen aller Stiftungen weltweit auf knapp 1,5 Billionen US-Dollar geschätzt wird, verfügt die Hälfte über kein bezahltes Personal und kleine Budgets von unter einer Million US-Dollar. Tatsächlich verfügen 90 Prozent der identifizierten Stiftungen über ein Vermögen von weniger als 10 Millionen US-Dollar.
  • Die Ressourcen sind in bestimmten Sektoren stark konzentriert, wobei Bildung weltweit der beliebteste Investitionsbereich ist.
  • Trotzdem arbeiten 58 Prozent der im Bericht identifizierten Stiftungen nicht mit anderen Stiftungen zusammen.

Der Bericht wurde über drei Jahre mit Beiträgen von zwanzig Forschungsteams aus neunzehn Ländern und aus Hongkong entwickelt und stellt einen wichtigen Meilenstein beim Verständnis des Umfangs der wohltätigen Investitionen weltweit dar. Er soll so beitragen zu einer faktenbasierten Diskussion über Philanthropie auf der Welt.

In den vergangenen Jahren gab es in der Philanthropie eine vielversprechende Wende. Wohlhabende Einzelpersonen, Familien und Unternehmen wollen mehr geben, vor allem auf strategische Weise, und die Wirkung ihrer sozialen Investitionen erhöhen. Immer mehr Wohltäter schaffen Stiftungen und Institutionen, um diese Investitionen zu bündeln, durchzuführen und ihren Effekt zu verstärken. Während die Welt weit davon entfernt ist, die notwendigen 5-7 Billionen US-Dollar an jährlichen Investitionen bereitzustellen, die nötig wären, um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen, betrachtet UBS die Ergebnisse des Berichts als Aufruf an alle Wohltäter zur Zusammenarbeit, um ihre Wirkung zu steigern.

UBS ist sich der Notwendigkeit dieser Zusammenarbeit bewusst und hat deshalb eine globale Gemeinschaft geschaffen, in der Philanthropen zusammenarbeiten können, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Die Global Philanthropists Community der UBS wurde 2015 gegründet und ist mit über 400 Mitgliedern das weltweit grösste private Netzwerk, exklusiv für Wohltäter und soziale Investoren. Sie ermöglicht Zusammenarbeit und den Austausch von Best Practices.

Josef Stadler, Head Ultra High Net Worth Wealth, UBS Global Wealth Management: „Bei UBS arbeiten wir täglich mit herausragenden Stiftern zusammen. Sie sind die Risikoträger und Innovatoren, die den Status quo der traditionellen Entwicklungshilfe in Frage stellen. Wir haben über ein Jahrzehnt lang mit unseren Kunden zusammengearbeitet, um ihnen zu helfen, durch ihre wohltätige Arbeit nachhaltige Wirkung zu erzielen. Dieser Bericht ist ein notwendiger Schritt, um die globale Philanthropie zu verstehen, so dass wir gemeinsam mit den Philanthropen eine strategischere und gemeinschaftlichere Zukunft gestalten können. Sie werden den Weg weisen, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu lösen.“

Paula D. Johnson, Senior Research Fellow, Harvard Kennedy School: „Dieser Bericht ist ein Meilenstein für unser Verständnis von Wohltätigkeit auf der ganzen Welt. Dank der Zusammenarbeit einer aussergewöhnlichen Gruppe von Forschern weltweit beginnen wir die Grösse und Lebendigkeit des globalen Stiftungssektors zu schätzen.“ (UBS/mc)

„The Global Philanthropy Report: Perspectives on the global foundation sector“
UBS

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