Unicredit startet überraschend gut ins Jahr – Aktie legt zu

Federico Ghizzoni

Unicredit-Chef Federico Ghizzoni.

Rom – Die italienische Grossbank Unicredit ist besser als erwartet ins Jahr gestartet. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 449 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Rom mitteilte. Das war zwar nur noch die Hälfte des Gewinns aus dem Vorjahreszeitraum, aber deutlich mehr als von Analysten erwartet. Vor einem Jahr hatte ein Sondereffekt aus dem Rückkauf eigener Anleihen einen Buchgewinn von fast einer halben Milliarde Euro gebracht. Bereinigt um diesen Effekt stieg der Gewinn nun sogar leicht an. Der Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen am Nachmittag kräftig zu.

Positiv überraschte vor allem die gesunkene Vorsorge für faule Kredite. Sie ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 10 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurück. Vorstandschef Federico Ghizzoni sprach von einer Normalisierung. In Italien habe sich der Absturz der Kreditqualität abgebremst, bei der wichtigen deutschen Tochter HypoVereinsbank verbesserte sich die Situation sogar verbessert.

Konzernumbau trägt Früchte
Auch der eingeleitete Konzernumbau wirkte sich positiv aus. Die operativen Kosten gingen um 1,8 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zurück. Unicredit trennt sich von Randgeschäften wie zuletzt von seiner unprofitablen Tochter in Kasachstan. Zugleich versucht der Konzern, sein Netz in Italien zu straffen und baut das Osteuropa-Geschäft um. Auch in Deutschland werden Stellen abgebaut. Ende März hatte Unicredit noch rund 155.500 Beschäftigte, knapp 4.000 weniger als vor einem Jahr.

Finanzierungslücke weiter reduziert
Zugleich ordnet der Konzern seine Finanzen neu. Im April kaufte die Bank eigene Anleihen im Wert von 4,2 Milliarden Euro zurück. Dafür kann sie im zweiten Quartal einen Gewinn von 258 Millionen Euro verbuchen. Mit den Rückkäufen macht sich Unicredit die immer noch vergleichsweise angespannte Finanzierungssituation in Südeuropa zunutze. Denn dadurch kann die Bank ihre alten Schulden von den Kreditgebern zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen.

Zugleich reduzierte das Institut seine Finanzierungslücke seit Ende 2012 um gut 6 Milliarden auf konzernweit 60,4 Milliarden Euro, was auch an der geringen Kreditnachfrage aus der südeuropäischen Wirtschaft lag. (awp/mc/ps)

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