US-Notenbank will Niedrigzinsversprechen bald anpassen

Janet Yellen
Janet Yellen, ehemalige Fed-Chefin. (Foto: © United States Government Work)

Fed-Chefin Janet Yellen.  (Bild: United States Government Work)

Washington – Die US-Notenbank (Fed) will ihr Niedrigzinsversprechen (Forward Guidance) bald anpassen. „Da sich die Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent nähert, ist eine baldige Änderung der Forward Guidance angemessen“, hiess es im am Mittwochabend veröffentlichte Protokoll („Minutes“) der letzten Fed-Sitzung vom 28. und 29. Januar. Die US-Notenbank hat versprochen, die Leitzinsen aussergewöhnlich niedrig zu halten, zumindest bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen ist. Im Januar war die Quote auf 6,6 Prozent gesunken.

Im geldpolitischen Ausschuss gibt es jedoch Uneinigkeit wie die neue Guidance aussehen könnte. So wollen laut dem Protokoll einige Mitglieder an der Arbeitslosenquote als Richtschnur festhalten. Andere wollen sich hingegen mehr an der Inflationsrate orientieren. Den Märkten soll demnach deutlich gemacht werden, dass die Zinsen solange niedrig bleiben, wie die Inflationsrate unter dem Ziel von zwei Prozent verharrt. Die neue Notenbankchefin Janet Yellen hatte zuletzt bekräftigt, dass man nicht nur auf die Arbeitslosenquote schaue sondern auch andere ökonomischen Daten stimmen müssten. Der Leitzins in den USA befindet sich derzeit auf dem Rekordtiefstand von 0,0 bis 0,25 Prozent.

Drosselung der Anleihekäufe soll fortgesetzt werden
Mehrere Vertreter der US-Notenbank haben laut dem Protokoll zudem gefordert, dass die US-Notenbank ihr Anleihekaufprogramm um jeweils 10 Milliarden US-Dollar auf jeder Sitzung drosseln soll, solange sich der wirtschaftliche Ausblick nicht eintrübe. Die Käufe von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren wurden seit dem Jahreswechsel um monatlich 10 Milliarden auf 65 Milliarden Dollar reduziert.

Yellen hat zwischenzeitlich bei einer Anhörung im Kongress deutlich gemacht, dass sie die Verminderung der Anleihekäufe fortsetzen wolle – trotz der zuletzt eher enttäuschenden Konjunkturdaten. Auf der Sitzung zeigten sich jedoch auch einige Mitglieder angesichts der niedrigen Inflationsrate und des schwachen Arbeitsmarktes besorgte. Sie forderten jedoch noch keine Unterbrechung der Drosselung der Käufe. Die Sitzung war die letzte unter der Leitung von Ben Bernanke. (awp/mc/pg)

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