US-Notenbanker Dudley dämpft Zinserwartungen

William Dudley

William Dudley, Chef der regionalen Notenbank von New York.

San Juan – Der einflussreiche Chef der regionalen Notenbank von New York, William Dudley, hat sich in die Debatte über die Zinswende in den USA eingeschaltet. Eine erste Zinsanhebung nach der Finanzkrise Mitte 2015, wie derzeit von vielen Beobachtern erwartet, sei zwar eine realistische Annahme, sagte Dudley in San Juan, Puerto Rico. Allerdings erwiesen sich Prognosen oft als «irreführend», «weswegen ich nicht zu viel Gewicht auf bestimmte Projektionen legen würde», schränkte der Notenbanker ein.

Wie auch unlängst Fed-Chefin Janet Yellen unterstrich Dudley die grosse Ungewissheit, durch die die wirtschaftliche Lage gekennzeichnet sei. «Im gegenwärtigen Umfeld ist es immer noch sehr, sehr angemessen, eine sehr stützende Geldpolitik fortzusetzen. Wir haben sehr klar gesagt, dass das, was wir tun werden, davon abhängt, wie sich die Wirtschaft entwickelt.»

Nach der letzten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses FOMC vor einer Woche hatte Notenbankchefin Yellen ebenfalls mehrfach von hoher Unsicherheit gesprochen und die Entwicklung der Leitzinsen von der konjunkturellen Entwicklung abhängig gemacht. Die Fed sichert seit längerem zu, die Leitzinsen auch nach der Einstellung ihrer Anleihekäufe – vermutlich im Herbst – «eine beträchtliche Zeit» an der Nullgrenze halten zu wollen. (awp/mc/pg)

Federal Reserve System

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