US-Notenbanker Lockhart: Zinswende wahrscheinlich noch 2015

Dennis Lockhart

Dennis Lockart, Federal Reserve Bank of Atlanta, ehemaliges Mitglied FOMC der Fed

NEW YORK  – Ein weiterer ranghoher US-Notenbanker hat die Zinswende noch für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Dennis Lockhart, regionaler Fed-Chef von Atlanta, räumte am Freitag in New York zwar ein, dass jüngste Konjunkturdaten zwar eher enttäuscht hätten. Zugleich sagte er aber: „Ich glaube, die Wirtschaft ist nach wie vor auf einem zufriedenstellenden Kurs, und – nur für mich gesprochen – ich halte eine Zinsanhebung noch in diesem Jahr entweder im Oktober oder im Dezember für wahrscheinlich angemessen.“ Das sind die beiden in diesem Jahr noch ausstehenden Sitzungstermine der Notenbank Fed.

Zugleich schränkte der Notenbanker ein, dass jüngste Konjunkturdaten zwiespältige Signale ausgesendet hätten und die Ungewissheit heute grösser sei als noch vor wenigen Wochen. Die weitere Entwicklung müsse genau beobachtet werden. Lockhart ist in diesem Jahr im geldpolitischen Ausschuss der Fed (FOMC) stimmberechtigt und gilt als Zentralbanker, der weder einer besonders straffen noch einer besonders lockeren Geldpolitik zuneigt.

Meinungen immer noch gespalten
Ob die amerikanische Notenbank noch in diesem Jahr die Zinsen anhebt, ist unter Analysten hoch umstritten. In den vergangenen Wochen hatten nicht nur Daten vom Arbeitsmarkt, sondern auch zahlreiche Stimmungsindikatoren meist enttäuscht. An den Finanzmärkten ist deshalb die Wahrscheinlichkeit einer ersten Zinsanhebung nach der Finanzkrise noch in diesem Jahr auf weniger als 40 Prozent gefallen. (awp/mc/cs)

 

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