US-Steuerzahler bekommen weitere Milliarden von Fannie Mae

Fannie Mae

Washington – Die Steuerzahler in den USA können sich über den nächsten dicken Scheck des verstaatlichten Hausfinanzierers Fannie Mae freuen. Das in der Finanzkrise von der Regierung gerettete Unternehmen überweist im Juni eine Dividende von 5,7 Milliarden Dollar (4,1 Mrd Euro), wie es am Donnerstag in Washington mitteilte.

Fannie Mae und die Schwestergesellschaft Freddie Mac spielen auf dem amerikanischen Häusermarkt eine wichtige Rolle. Sie kaufen Hypotheken von privaten Banken auf, damit diese wieder flüssig genug sind für die Vergabe neuer Kredite. Als der US-Immobilienmarkt ab 2007 jedoch in Schieflage geriet, drohte Fannie und Freddie die Pleite. Die Regierung startete eine der grössten Rettungsaktionen der Finanzkrise.

Allein Fannie Mae bekam 116,1 Milliarden Dollar an Hilfen, hat aber inzwischen 126,8 Milliarden Dollar zurückgezahlt. Denn auch wenn Fannie und Freddie ihre Schulden längst beglichen haben, sind sie zu weiteren Dividendenzahlungen an den Staat verpflichtet.

Die Firmen können sich die enormen Summen leisten, da sich die Immobilienmärkte erholt haben. Zudem zahlten Geschäftsbanken hohe Entschädigungen, weil sie die Hausfinanzierer bei Hypotheken-Deals vor der Finanzkrise betrogen haben sollen. Allein Fannie Mae machte deshalb im ersten Quartal einen Gewinn von 5,3 Milliarden Dollar. (awp/mc/ps)

 

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