IPO: Rettung von Ally Financial ist gutes Geschäft für US-Steuerzahler

Jack Lew

US-Finanzminister Jack Lew. (© US Government Work)

Washington – Der US-Steuerzahler geht mit einem Plus aus der fünf Jahre zurückliegenden Rettung des Finanzkonzerns Ally Financial heraus. Das Finanzministerium hat beim Börsengang am Donnerstag knapp 2,4 Milliarden Dollar eingenommen – rund 500 Millionen Dollar mehr als die Rettung einst kostete.

Ally Financial hiess früher GMAC und finanzierte vor allem Autos für General Motors. Die Finanzfirma gehörte dem Opel-Mutterkonzern ursprünglich auch. Zudem war die Firma ein grosser Hausfinanzierer, was in der Krise zum existenziellen Problem wurde. Mittlerweile hat sich Ally Financial als Bank breiter aufgestellt und problematische Sparten abgestossen.

Begeisterung an Börse hält sich in Grenzen
Bei den Börsianern hielt sich die Begeisterung für das Unternehmen jedoch in Grenzen. Der Staat hatte die Anteile für 25 Dollar das Stück verkauft. Der Eröffnungskurs im morgendlichen Handel am Donnerstag in New York lag jedoch darunter bei 24,25 Dollar, zuletzt wurden die Papiere mit 24,51 Dollar gehandelt.

Ally ist eine der letzten Firmen aus Krisenzeiten, an der der Staat noch beteiligt ist. Erste Pläne für einen Börsengang hatte das Unternehmen schon vor drei Jahren vorgelegt. Zwischenzeitlich verkaufte das Finanzministerium Anteile direkt an Investoren. Durch den Börsengang fällt die Beteiligung von 37 auf 17 Prozent.

Gewinne mit einstigen Pleitekandidaten
Die gesamte Summe, die der Staat seit der Rettung zurückerhalten hat, beläuft sich aktuelle auf 17,7 Milliarden Dollar. Die Regierung hatte in der Finanzkrise 17,2 Milliarden Dollar in Ally Financial gepumpt, um die Firma vor dem Umkippen zu bewahren. Auch mit anderen einstigen Pleitekandidaten machte der Staat letztlich Gewinn, weil sich die US-Finanzwelt rasch erholt hatte.

Nach Angaben des Finanzministeriums waren im Rahmen des sogenannten TARP-Rettungsprogramms 423,4 Milliarden Dollar an Hilfen geflossen. Der Staat habe aber 438,2 Milliarden Dollar zurückerhalten. Banken hatten für Rettungsgelder Zinsen zahlen müssen; zudem waren die Aktienkurse gestiegen. (awp/mc/upd/ps)

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