Valiant schreibt im Halbjahr leicht tieferen Gewinn

Ewald Burgener
Valiant-CEO Ewald Burgener. (Foto: Valiant)

Bern – Die Valiant Bank hat im ersten Halbjahr 2020 wegen einem weggefallenen ausserordentlichen Ertrag einen leicht tieferen Gewinn erzielt. Im wichtigen Zinsengeschäft konnte das Institut zulegen, obwohl die Wertberichtigungen für Kreditausfallrisiken etwas erhöht wurden.

Der Geschäftserfolg als Mass für das operative Ergebnis lag mit 73,9 Millionen Franken (+0,2 Prozent) knapp über dem Vorjahr, wie Valiant am Donnerstag mitteilte. Der Konzerngewinn lag mit 60,1 Millionen (-2,2 Prozent) dagegen unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang erkläre sich damit, dass das Institut weniger Immobilien verkauft habe als vor einem Jahr, heisst es.

Höhere Wertberichtigungen
Im Zinsengeschäft konnte Valiant bei einem gestiegenen Ausleihungsvolumen den Brutto-Erfolg mit einem Plus von 4,6 Prozent auf 162,4 Millionen Franken klar erhöhen. Das Institut verbuchte Wertberichtigungen für Kreditausfallrisiken von 7,8 Millionen Franken (Vorjahr: 3,3 Millionen), womit der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft schwächer anstieg (+1,7 Prozent auf 154,5 Millionen).

Deutlich zulegen konnte Valiant auch im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit einem Plus von 5,6 Prozent auf 31,5 Millionen Franken. Das Handelsergebnis lag mit 5,3 Millionen (-6,0 Prozent) unter dem Vorjahr.

Die Kosten stiegen in den ersten sechs Monaten laut den Angaben etwas weniger stark als von der Bank selbst geplant. Für den Geschäftsaufwand resultierte ein Plus von 2,2 Prozent auf 119,1 Millionen Franken. Im Zuge ihrer Wachstumsstrategie stellte die Bank zwölf zusätzliche Kundenberaterinnen und Kundenberater an.

Ausleihungswachstum
Insgesamt erhöhten sich die Ausleihungen der Bank im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent auf 25,5 Milliarden Franken. Knapp die Hälfte des Ausleihungswachstums war allerdings auf die Vergabe von Covid-19-Krediten zurückzuführen. Das Hypothekarvolumen stieg um 1,7 Prozent an.

Eine deutliche Zunahme verzeichnete Valiant bei den Kundengeldern, die um 4,8 Prozent auf 20,1 Milliarden Franken anstiegen. Erfreut zeigt sich das Institut darüber, dass das Valiant das Anlage- und Vorsorgegeschäft gestärkt worden sei und eine erfreuliche Entwicklung verzeichne.

Neue Geschäftsstellen
Das Wachstumstempo sei während des Lockdowns etwas gedrosselt worden, schreibt Valiant. Jetzt will das Institut aber wieder „Fahrt aufnehmen“: So werde Mitte November eine Geschäftsstelle in Rapperswil eröffnet. In Oerlikon sowie in Liestal seien neue Standorte gefunden worden, die im Sommer 2021 eingeweiht werde sollen.

Für das zweite Halbjahr 2020 erwartet die Bank auch weiterhin eine stabile Entwicklung. Man gehe vorsichtig mit Risiken um und verfüge über ein „qualitativ hochstehendes Kreditportfolio“, versichert die Bank. Allerdings könne die Entwicklung der Kreditausfallrisiken derzeit nicht abschliessend beurteilt werden, heisst es. (awp/mc/ps)

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