CH-Eröffnung: Moderate Gegenbewegung – KI wieder gesucht
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit einer moderaten Gegenbewegung auf die jüngsten Abgaben in den regulären Handel gestartet. Gerade bei Aktien mit einem KI-Bezug wird wieder zugegriffen. Das geopolitische Risiko hat aber spürbar zugenommen.
Noch zur Wochenmitte waren die Märkte rund um den Globus in die Knie gegangen. Denn Donald Trump hatte den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran als aus seiner Sicht beendet bezeichnet und erneut Ziele in Iran angreifen lassen. Da der Kalender Firmen- wie Makroseitig weiterhin dünn bleibt, dürften die Schlagzeilen rund um den Nahen Osten weiterhin die Richtung an den Märkten vorgeben.
Stützend wirken am Berichtstag die Vorgaben der Wall Street, wo die Tendenz insgesamt behauptet war. Auch die Märkte in Ostasien stecken die jüngste Eskalation im Iran-Krieg relativ gut weg.
Fakt bleibt aber, dass gleichzeitig die Ölpreise weiter anziehen. Zuletzt kostete ein Fass der Sorte Brent fast 78 US-Dollar; der Preis liegt damit so hoch wie seit fast drei Wochen nicht mehr.
Der Leitindex SMI steigt bis 09.13 Uhr um 0,13 Prozent auf 14’192,92 Punkte. Am Mittwoch war es noch um 1,3 Prozent nach unten gegangen. Der weniger von den defensiven Schwergewichte geprägte Mid-Cap-Index SMIM gewinnt 0,75 Prozent auf 3135,47 und der breite SPI 0,14 Prozent auf 19’959,47 Punkte.
Im Fokus der Anleger stehen die Papiere von Kühne+Nagel (-0,1%) und Swisscom (-0,9%), welche im September den SMI verlassen müssen. Mit der geplanten Aufnahme von Sandoz (+1,4%) und Galderma (+1,2%) macht der Leitindex einen weiteren Schritt in Richtung «Swiss Pharma Index», wie Marktbeobachter anmerken.
Techwerte zeigen sich erholt von den jüngsten Gewinnmitnahmen: ABB rücken um 2,9 Prozent und am breiteren Markt VAT um 2,6 Prozent vor.
Dafür belasten – wie oft in solchen Situationen – die Schwergewichte. Roche verlieren 0,5 Prozent, Novartis 0,7 Prozent und Nestlé 1,2 Prozent.
UBS verteuern sich um 1,4 Prozent. Die Grossbank hat von den US-Behörden mehr Rechtssicherheit für den Fall einer Abwicklung in einer Krise erhalten.
Auf der anderen Seite geht es mit den Papieren des Privatmarkt-Spezialisten Partners Group um 0,6 Prozent nach unten. Im Vorfeld der kommende Woche erwarteten ersten Zahlen gerät das Unternehmen ins Visier verschiedener Analysten. So hat etwa die UBS ihr Votum auf «Neutral» gesenkt.
Am breiten Markt werden Barry Callebaut entgegen der vorbörslichen Indikationen 0,4 Prozent tiefer bezahlt. Dabei hatte der Schokoladenkonzern erstmals seit über zwei Jahren in einem Quartal wieder ein positives Volumenwachstum erzielt.
Das Börsendebüt feiert Infracore, ein Spezialist für Spitalimmobilien. Ein erster Kurs kam bei 54 Franken zustande – das entspricht dem Angebotspreis. (awp/mc/ps)