Vermögensverwalter GAM steigert Konzerngewinn um 30 %

David Solo

GAM-CEO David Solo. (Foto: GAM)

Zürich – Der Vermögensverwalter GAM hat im Geschäftsjahr 2013 von einem höheren Geschäftsertrag und von verbesserten Margen im Investment Banking profitiert. Der Konzerngewinn stieg um einen Drittel auf 201,4 Mio CHF. Die Aktionäre erhalten nun eine Dividendenerhöhung auf 0,65 (0,50) CHF, zudem kündigt GAM ein neues Aktienrückkaufprogramm an.

Der Asset Manager steigerte den Geschäftsertrag im vergangenen Jahr um 13% auf 670,2 Mio CHF, wie GAM am Dienstagmorgen mitteilte. Dabei stiegen die Einnahmen aus Vermögensverwaltungsgebühren und Kommissionen, die den Hauptteil der Erträge ausmachen, um 12% an. Die performanceabhängigen Erträge – insgesamt rund 15% der Gesamterträge – nahmen gar um 23% zu.

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich mit einem Plus von 9% auf 437,1 Mio CHF langsamer. Während der Sachaufwand um 2% zunahm, erhöhte sich der Personalaufwand um 13%, dies vor allem wegen höherer Sozialversicherungsaufwendungen für Mitarbeiteroptionen. Die Cost/Income-Ratio verbesserte sich auf 65,2% nach 67,2% im Vorjahr.

Mit dem ausgewiesenen Zahlenset hat die Gruppe die Markterwartungen auf Stufe Gewinn übertroffen. Von AWP befragte Experten rechneten im Durchschnitt mit einem Konzerngewinn von 195,0 Mio CHF.

Neugeldabflüsse in beiden Bereichen
Im Geschäftsbereich Investment Management kam es in der Berichtsperiode zu einem Nettoneugeldabfluss von 2,6 Mrd CHF (VJ Abfluss von 0,1 Mrd). Die verwalteten Vermögen lagen per Ende Jahr um 4% unter dem Vorjahreswert bei 69,8 Mrd CHF. Dabei wirkte sich neben den Neugeldabflüssen auch die Schwäche des US-Dollar zum Franken aus.

Die durchschnittlichen verwalteten Vermögen im Investment Management lagen im Jahresvergleich dagegen um 4% höher. Die Gruppe konnte auf den verwalteten Vermögen auch mehr verdienen: Die Bruttomarge lag bei 84,3 Basispunkten und übertraf den Vorjahreswert von 75,8 BP damit.

Im Private Labelling (PL) kam es zu einem Nettoneugeldabfluss von 1,1 Mrd CHF (VJ Zufluss von 2,5 Mrd). Unter anderem habe die Tatsache gebremst, dass die europäische Regulierung von Onshore-Fonds noch nicht abschliessend definiert sei, so GAM. Die verwalteten Vermögen lagen mit 44,6 Mrd per Ende des Geschäftsjahres dagegen um 2% höher als noch ein Jahr davor. Die Bruttomarge lag mit 8,7 BP allerdings unter dem Vorjahr (10,6 BP).

Weiteres Aktienrückkaufprogramm
Wie die Gruppe betont, verfügt sie über eine «sehr liquide Bilanz und eine solide Kapitalbasis»: Gemeinsam mit der Erwirtschaftung hoher Cashflows ermögliche dies weiterhin hohe Bar- und Kapitalausschüttungen an die Aktionäre. Neben der erhöhten Dividendenausschüttung kündigt GAM deshalb die Absicht an, ein neues Aktienrückkaufprogramm aufzulegen, sobald das aktuelle Programm planmässig am 17. April 2014 ausgelaufen ist.

Unter dem neuen Programm will GAM bis zu 10% der ausgegebenen Aktien – dass sind etwa 17 Mio Stück – über einen Zeitraum von maximal drei Jahren mit dem Zweck einer Kapitalherabsetzung zurückkaufen. Wie bei den vorherigen Programmen sollen die Rückkäufe über eine zweite Handelslinie an der SIX Swiss Exchange erfolgen.

Wachstum hält an
CEO David Solo zeigt sich davon überzeugt, dass GAM «trotz unmittelbar vorherrschender Gegenwinde ausgezeichnet positioniert» sei, um in den kommenden Jahren zu wachsen. Kurzfristig würden Schwellenländerstrategien wohl weiterhin Abflüsse verzeichnen, bis sich die Marktstimmung wieder verbessert habe. Insgesamt wachse die Nachfrage nach «attraktiven Aktien- und Absolute-Return-Strategien» jedoch weiterhin.

Im Investment Management hält die Gruppe an dem im Sommer formulierten Ziel fest, den Netto-Neugeldzufluss auf annualisierter Basis mittelfristig auf 5-10% der verwalteten Vermögen steigern zu können. Im Private Labelling dämpft GAM dagegen die Erwartungen wegen der derzeitigen Ungewissheit durch die europäische Regulierung. Neu setzt sie sich ein mittelfristiges Wachstumsziel von 5% statt von 5-10% der verwalteten Vermögen. (awp/mc/pg)

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