VP Bank mit Gewinneinbruch im Halbjahr wegen Wertberichtigung

Paul Arni
Paul H. Arni, CEO der VP Bank Gruppe. (Foto: zvg)

Vaduz – Die VP Bank hat in den ersten sechs Monaten 2020 aufgrund von Wertberichtigungen massiv weniger verdient. Weiter positiv hat sich dagegen das Netto-Neugeld entwickelt. Das Institut hält zwar an seinen Langfristzielen fest, verschiebt sie aber auf 2026.

Der Gewinn nahm in der Berichtsperiode um 59,3 Prozent auf 14,4 Millionen Franken ab, wie die Liechtensteiner Bankengruppe am Dienstag mitteilte. Grund für diesen Rückgang war – wie bereits im März gemeldet – eine Wertberichtigung auf einer Einzelposition im Umfang von 21,7 Millionen Franken.

Zugelegt um 2,5 um Prozent auf 166,8 Millionen Franken hat indes der Geschäftsertrag. Die Zunahme ist auf den gestiegenen Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (+6,7% auf 71,5 Mio) sowie dem Handelsgeschäft (+11,1% auf 32,5 Mio) zurückzuführen. Trotz der andauernden Tiefzinsphase stieg aber auch der Erfolg aus dem Zinsgeschäft um 5,1 Prozent auf 57,4 Millionen Franken.

Deutlich höhere Kosten
Gleichzeitig stieg der Geschäftsaufwand mit plus 19,2 Prozent auf 146,2 Millionen Franken überproportional zum Ertrag. Die Steigerung steht massgeblich im Zusammenhang mit der erwähnten Wertberichtigung auf einer Kreditposition. Ohne deren Berücksichtigung wäre der Geschäftsaufwand um 0,7 Prozent tiefer ausgefallen. Die Cost/Income Ratio betrug somit 66,1 Prozent nach 68,6 Prozent im Vorjahr und blieb unter dem strategisch angepeilten Wert von 70 Prozent.

Die betreuten Kundenvermögen beliefen sich per Mitte 2020 auf 45,6 Milliarden Franken nach 47,6 Milliarden per Ende 2019. Das Minus von 2 Milliarden ergibt sich aus Netto-Neugeldzuflüssen in der Höhe von rund 1,0 Milliarden Franken sowie einem Minus von 2,9 Milliarden wegen der negative Marktperformance.

Die Bilanzsumme erhöhte sich derweil im Vergleich zum Jahresende 2019 um 1,6 Prozent auf 13,6 Milliarden Franken.

Konzerngewinn von 100 Mio Fr. bleibt Ziel
In die Zukunft blicke das Institut zuversichtlich, heisst es weiter. Die aktuelle Strategie sei die richtige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen. An den Zielen für den nächsten Strategiezyklus werde festgehalten, sie würden jedoch coronabedingt um ein Jahr auf 2026 verschoben.

Gemäss den für diesen Zyklus definierten Zielen strebt die Bank ein Netto-Neugeldwachstum von mindestens 4 Prozent, eine Gewinnmarge grösser als 15 Basispunkte und eine Cost/Income Ratio bei 70 Prozent sowie eine Tier 1 Ratio grösser als 20 Prozent an. Anvisiert wird zudem ein Konzerngewinn von 100 Millionen Franken. (awp/mc/ps)

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