VP Bank verlängert Aktienabsicherung

Bernd Hartmann

Von Bernd Hartmann, Leiter Investment Research

Vaduz – Nach den starken Zugewinnen ist der globale Akti­enmarkt seit einigen Wochen in eine Seitwärtsbe­wegung übergegangen. Seit Jahresbeginn befinden sich die Börsen deutlich im Plus. Um die Kursgewin­ne zu sichern, nutzen wir in der Vermögensverwal­tung die historisch tiefen Volatilitäten und verlän­gern die Teilabsicherung der Aktienquote.  

Die Aktienmärkte zählten zu den Hauptprofiteuren der Lockerung der Geldpolitik  Vor allem das Bekenntnis der Europäischen Zentralbank, als „Lender of last Resort“  aufzutreten, hat die Extremrisiken gesenkt und die Aktien­kurse steigen lassen  Nun dürfte wieder andere Themen und Akteure das Marktgeschehen bestimmen:

  • Die Berichtssaison zum 3. Quartal ist gestartet. Die  Analysten haben im Vorfeld die Erwartungen deutlich zurückgenommen. Daher dürfte eine Mehrzahl der Unternehmen zwar die Erwartungen erfüllen, doch ihre Gewinne dürften im 3. Quartal – erstmals seit zehn Quartalen in Folge – nicht mehr gestiegen sein.
  • Die Unternehmen könnten anlässlich der Präsentati­on der Bilanzen ihren Geschäftsausblick senken. In  den USA haben bis zuletzt viermal so viele Unter­nehmen ihren Ausblick gesenkt wie erhöht. Beson­ders die Unternehmen aus dem vorlaufenden Fracht­geschäft haben sich zuletzt vorsichtiger geäussert. Die Analysten gehen gegenwärtig jedoch noch davon aus, dass die Gewinne im letzten Quartal mit 13% und im übernächsten mit 11% wachsen werden. Hier se­hen wir angesichts der schwachen Frühindikatoren Anpassungsbedarf.
  • In den USA müssen noch in diesem Jahr wichtige fiskalpolitische Entscheidungen getroffen werden. Ohne Kompromiss der beiden politischen Parteien droht zum Jahresende die sogenannte „fiskalische  Klippe“, welche je nach Umfang der Defizitreduktion die Konjunktur empfindlich belasten kann. Der Aus­gang der Präsidentschafts- und Kongresswahlen be­stimmt, wie schnell das neue Budget verabschiedet und die automatischen Sparmassnahmen abge­schwächt werden können.

Luft für weitere Avancen wird allmählich dünner
Angesichts der erklommenen Niveaus wird die Luft für weitere Avancen allmählich dünner. Temporäre Rück­schläge sind nicht auszuschliessen. Denn die erwarteten Volatilitäten sind auf historisch tiefen Niveaus und deuten  auf eine hohe Zuversicht der Investoren hin. Dadurch sind die Börsen im Falle negativer Nachrichten korrekturanfäl­lig. Auf etwas tieferen Niveaus sind die Märkte jedoch gut abgestützt.

Trotz unserer kurzfristig vorsichtigen Haltung bleibt mittel­fristig durchaus Potenzial für Aktien. Die Bewertungen  sind im Vergleich zu anderen Anlageklassen fair und viele  Investoren sind weiterhin unterinvestiert. Damit weitere  Zugewinne fundamental gerechtfertigt sind, bedarf es  jedoch Anzeichen einer konjunkturellen Wende und rea­listischere, d.h. tiefere Gewinnerwartungen der Analysten.

Tiefe Volatilität für Absicherung nutzen  
Angesichts der tiefen erwarteten Schwankungsbreiten sind die Kosten einer Kursabsicherung deutlich gesunken. Wir erachten es daher als attraktiv, einen Teil der Zuge­winne dafür zu nutzen, um sich vor Rückschlägen zu schützen und sich so die diesjährigen Gewinne teilweise zu sichern. Gegenüber einem direkten Verkauf der Positi­onen besteht dabei der Vorteil, dass weiterhin von stei­genden Märkten profitiert werden kann. In unseren Vermögensverwaltungsmandaten haben wir daher einen Teil der Aktienquote nahe den aktuellen Niveaus mit einer Verkaufsoption abgesichert. Um die  Kosten der Absicherungsstrategie möglichst gering zu halten wird der Schutz auf tieferen – markttechnisch abge­stützten – Niveaus wieder aufgelöst. Anleger können so an  einem weiteren Kursanstieg partizipieren und verfügen gleichzeitig über eine bedingte Absicherung vor künftigen Kursturbulenzen. Aktive Anleger mit grösseren Aktienbeständen sollten  ebenfalls erwägen Positionen abzusichern und sich so vor temporären Rückschlägen zu schützen. Wir beraten Sie  gerne bezüglich der für Sie richtigen Absicherungsstrategie. (VP Bank /mc/ps)

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