Worldwide Equity Research: Aktienmärkten politisch getrieben

Dietmar Lohrmann

Dietmar Lohrmann.

Von Dietmar Lohrmann, CEO Worldwide Equity Research AG.

Aktuell leben die Märkte von einer unheiligen Allianz aus Politikern, Zentralbankern, Bankenchefs, Medien und Chefökonomen, die unisono und ununterbrochen die gleiche Zusicherung absondern: “Der Gipfel brachte die Lösung!”

Diesmal ist der jüngste EU-Gipfel gemeint. Er dürfte allerdings als Gipfel der Unverfrorenheit in die Geschichte eingehen. Denn beschlossen wurde, Gesetze, Verfassungen, Vereinbarungen, schlicht alles was die EU (Staaten) ausmacht, zu brechen. Nur England hatte den Mut, sich dagegen zu wehren und diese neue Politik nicht mitzutragen.

Interventionen setzen allgemeine Regeln ausser Kraft
Das Kartenhaus EU wird von allen Meinungsmachern am Einsturz gehindert. Ob dadurch der Einsturz verhindet werden kann, wird sich zeigen. Kann ein Anleger bei diesen Rahmenbedingungen überhaupt noch an den Märkten teilnehmen? Es ist tatsächlich schwierig geworden, denn die Interventionen zugunsten “bullisher Märkte” der letzten Wochen, setzten die allgemeinen Regeln auser Kraft. Die Frage ist nur, wie lange noch. Die Indikationen der WER-Signalbank stehen weiter klar auf short – auch der angekündigte taktische Sell-Point wurde aktiviert. Seit vergangenem Freitag haben die mittelfristigen Einbrüche und die Sell-Impulse wieder zugenommen. Geht man also nach klaren technischen Signalen vor, muss man als Anleger strategisch short sein. Die kleinen Erholungen dürften sich weiterhin als Strohfeuer entpuppen. Daher empfehlen wir unverändert, gestaffelt strategische Short-Positionen einzugehen, um auf die anstehende Trendfortsetzung nach unten vorbereitet zu sein.

httpv://www.youtube.com/watch?v=0HQSyzdo7Jg

Dietmar Lohrmann von Worldwide Equity Research erklärt im Video das WER Analysesystem

Kein Rally-Geschenk in der Weihnachtswoche
Bei den Messungen von 40’000 Titel haben nämlich die negativen Rankings zugenommen. Die langfristigen Abwärtstrends in den Titeln haben sich durch weiter akzentuiert. Parallel dazu nehmen die Renditen für europäische Staatsanleihen weiter zu. Auch deutsche Staatspapiere haben sich verteuert. Vor diesem Hintergrund sehen wir keine Basis für ein Weihnachtsrally, sondern ein zunehmendes Risiko eines Absturzes. Das wäre allerdings der erste Weihnachts-Crash. Deshalb rechnen wir mit einer Seitwärtsbewegung bis zum Jahreswechsel. Dann dürften die Karten neu verteilt werden. Der Verlauf könnte sich ähnlich gestalten wie 2008. Damals verlor der SMI nach dem Jahreswechsel über 1500 Punkte. (WER/mc/hfu)

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