ZFS strebt Wachstum in Schwellenmärkten an

Martin Senn

ZFS-CEO Martin Senn.

Zürich – Die Zurich Financial Services (ZFS) hat am Donnerstag im Rahmen des Investors Day den Anlegern einen vertieften Einblick in die Geschäftsfelder und die Strategie gewährt. Der Versicherungskonzern sieht sich gut positioniert, um profitabel weiterwachsen zu können. Dabei soll das Geschäft in Asien und Lateinamerika eine immer wichtigere Rolle spielen. Gleichzeitig hob das Management die nach wie vor starke Kapitalisierung hervor. Zusammen mit einem soliden Geldfluss sollen die Aktionäre in den Genuss nachhaltiger und attraktiver Dividenden kommen.

Die Zurich habe die Ambition, aus Sicht der Aktionäre, der Kunden und der Mitarbeiter zum besten global tätigen Versicherer aufzusteigen, erklärte CEO Martin Senn. Man konzentriere sich dabei weiterhin auf die Umsetzung der eingeschlagenen Underwriting-Strategie und wolle die Geschäftstätigkeit noch besser auf die Kundenbedürfnisse ausrichten. Die zuletzt ausgewiesenen Ergebnisse hätten gezeigt, dass man auch in einem schwierigen Marktumfeld in der Lage sei, gute Leistungen zu erbringen.

Renditeziel mit Fragezeichen
Dass die derzeit schwierigen Marktkonditionen nicht spurlos am Versicherungskonzern vorbeigehen, zeigt Senn’s Haltung gegenüber dem vor einigen Jahren aufgestellten operativen Renditeziel. ZFS strebt langfristig zwar immer noch eine Eigenkapitalrendite auf Basis des operativen Gewinns (BOPaT ROE) von 16% an. Sollten die Wirtschaftsaussichten auf dem derzeitigen Stand bleiben, sei eine um 2 Prozentpunkte unter dem Zielwert liegende Rendite aber realistischer. Die Gruppe sei gut kapitalisiert und weise einen solide Cashflow aus, versicherte Senn. Per Jahresmitte betrug der Quotient im Swiss Solvency Test (SST) 225% und lag damit leicht über dem Wert von Anfang Jahr. Zudem zeigte der Finanzchef Pierre Wauthier anhand von verschiedenen Szenarien auf, dass der SST-Quotient auch in einem noch schlechteren Zinsumfeld oder bei deutlich sinkenden Aktienkursen über der Marke von 200% liegen würde.

Cashflow 2011 bei 4,3 Mrd USD
Der Cashflow dürfte sich im Jahr 2011 auf hohe 4,3 Mrd USD belaufen. Über die Hälfte davon steuert mit 2,4 Mrd das Sachgeschäft (General Insurance) bei. Farmers werde einen Cashflow von 1 Mrd und das Lebengeschäft von 0,6 Mrd einbringen. Zudem fliessen aus den nicht zum Kerngeschäft gehörenden Teilen 0,3 Mrd zu. Mit diesem in der Abwicklung oder Umstrukturierung befindenden Geschäft will die Zurich bis 2015 Risikokapital im Umfang von 1,5 Mrd freisetzen. Bereits Ende 2012 dürften 1 Mrd davon erreicht sein.

Schwellenmärkte im Fokus

Im operativen Geschäft strebt die ZFS insbesondere in Schwellenländern Wachstum an. Man werde dazu organisches Wachstum durch selektive Akquisitionen und Allianzen ergänzen, bekräftigte Senn den bislang eingeschlagenen Weg. Allfällige Akquisitionen müssten aber die strategischen Ziele und finanziellen Vorgaben der Gruppe erfüllen. Vor allem im Lebengeschäft richtet sich der Fokus auf Asien und Lateinamerika. Bereits per Ende September seien 26% des Neugeschäftswerts in diesen Regionen erwirtschaftet worden, fügte Spartenleiter Kevin Hogan an. Das diesbezüglich gesetzte Ziel liegt bei 30%. Zähle man die im laufenden Jahr in Lateinamerika mit der Banco Santander eingegangene Allianz und die Übernahme in Malaysia dazu, werde die Vorgabe problemlos übertroffen.

Aktie legt zu

Auch im Nichtlebengeschäft investiert die Zurich in die Wachstumsmärkte und versucht im Gegenzug nicht profitables Geschäft in Europa und den USA abzustossen. Die Umgestaltung des Portfolios laufe nach Plan, so GI-CEO Mario Greco. Ein Grossteil der auf Gruppenebene bis 2013 angestrebten Kosteneinsparungen von 500 Mio USD stammen aus dem Sachgeschäft. An der Börse legen die Zurich-Aktien bis um 16.05 Uhr um 1,9% auf 203,80 CHF zu, während der Gesamtmarkt um rund 1,3% nach oben geht. Analysten begrüssen das starke Commitment, welches der Konzern zur Dividende abgegeben hat. Auf der anderen Seite könnte das Renditeziel zu optimistisch sein. (awp/mc/upd/ps)

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