ZKB mit leichter Gewinnsteigerung im ersten Halbjahr

Martin Scholl
ZKB-CEO Martin Scholl. (Foto: ZKB)

Zürich – Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat im ersten Halbjahr 2018 den Gewinn leicht gesteigert. In ihrem wichtigsten Bereich, dem Hypothekargeschäft, wuchs sie im Rahmen des Gesamtmarktes. Und dank der breiten Diversifizierung sieht sie sich auch gut gewappnet für den weiteren Jahresverlauf.

Der Geschäftserfolg – als Mass für das operative Ergebnis – stieg um 4,6 Prozent auf 436 Millionen Franken, der Reingewinn um 4,5 Prozent auf 439 Millionen Franken. Das «erfreuliche Ergebnis» sei vor allem der Entwicklung der Hauptertragspositionen zu verdanken und sei trotz Intensivierung des Wettbewerbs und generellem Margendruck zustande gekommen, teilte die grösste Schweizer Kantonalbank am Freitag mit.

Hypotheken-Volumen wächst «im Rahmen des Marktes»
So konnte etwa der Netto-Erfolg im Zinsengeschäft im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent auf 625 Millionen verbessert werden. Als Hauptkomponente darin wuchs das Hypothekargeschäft in den ersten sechs Monaten mit 1,5 Prozent, wobei die Hypothekarforderungen per Mitte Jahr 80,3 Milliarden Franken erreichten. Gemäss eigenen Angaben ist die ZKB damit im Rahmen des Marktes gewachsen.

Schneller unterwegs im Hypothekenbereich im ersten Semester war etwa Raiffeisen Schweiz. Der mit einem Volumen von 176 Milliarden Franken grösste Player im Hypothekenmarkt legte um 2,1 Prozent zu. Es gibt aber auch Banken, die zurückhaltender agierten als die ZKB. So hat etwa die Valiant-Bankengruppe, die mit einem Hypothekenvolumen von gut 22 Milliarden allerdings deutlich kleiner ist, ein Wachstum von 1,1 Prozent ausgewiesen.

Keine Lockerung der Vergabekriterien
Der hiesige Hypothekenmarkt hat sich bekanntlich mit Einführung der Negativzinsen vor bald vier Jahren durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) nochmals beschleunigt. Die SNB hatte sich zuletzt denn auch wieder warnend – vor allem zum Bereich der Wohnrenditeliegenschaften – geäussert und etwa eine überarbeitete Selbstregulierung oder höhere Kapitalvorschriften für besonders exponierte Banken gefordert.

Die Warnungen der SNB wollte die ZKB gegenüber AWP nicht kommentieren. Sie betont aber, dass sie «konsequent» auf Qualität setze. Das heisst unter anderem, wie ein Sprecher der Bank gegenüber der Nachrichtenagentur AWP sagte, das man «keine Lockerung der Vergabekriterien» vorgenommen habe.

Trotzdem dürfte die ZKB etwas schneller unterwegs sein als noch im letzen Jahr. Wenn die 1,5 Prozent Wachstum auf das ganze Jahr hochgerechnet werden, ergäbe sich sein Wachstum von rund 3 Prozent für das Gesamtjahr. Dies vergleicht sich mit den 2,3 Prozent im 2017, deutlich schneller wuchs die Bank 2016 mit einem Plus von 5,0 Prozent.

Handelsgeschäft taucht
Etwas schneller noch als das Zinsengeschäft wuchs im Berichtssemester das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit +4,9 Prozent auf 396 Millionen Franken. Das Handelsergebnis lag mit 151 Millionen Franken hingegen 19 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Bank begründet den Rückgang mit den aktuellen geopolitischen Ereignissen und den damit verbundenen Unsicherheiten, die sich negativ auf das Marktumfeld ausgewirkt hätten.

Alles zusammengerechnet stieg der Geschäftsertrag um 2,2 Prozent auf 1,21 Milliarden Franken, wobei das Zinsengeschäft einen Anteil von 52 Prozent, das Kommissionsgeschäft einen von 22 Prozent und das Handelsgeschäft einen von 12 Prozent ausmacht.

Kaum verändert hat sich die Kostenseite. Der Geschäftsaufwand lag bei 706 Millionen Franken und war damit exakt gleich hoch wie in der entsprechenden Vorjahresperiode. Entsprechend hat sich das für Banken wichtige Verhältnis aus Kosten und Erträgen (Cost-Income-Ratio) leicht verbessert auf 58,4 von 59,2 Prozent im ersten Semester 2017.

US-Busse ohne Einfluss auf Halbjahresergebnis
Keinen Einfluss auf das Halbjahres-Ergebnis hatte derweil die jüngste Zahlung von rund 100 Millionen Franken an die US-Behörden zur Beilegung des Steuerstreits, da sie erst im August erfolgte. Die Zahlung und Verbuchung erfolge im zweiten Semester, so die ZKB.

Im Ausblick auf das zweite Halbjahr zeigt sich Konzernchef Martin Scholl einigermassen zuversichtlich. Er erwartet zwar ein anspruchsvolles zweites Semester, glaubt aber, dass die Bank «dank ihres diversifizierten Geschäftsmodelles» trotzdem ein «ansprechendes Ergebnis» erwirtschaften wird. (awp/mc/ps)

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