ZKB Weekly KMU Porträt: Zur Rose Group AG

Walter Oberhänsli
Walter Oberhänsli, CEO und VR-Delegierter Zur Rose Group AG. (Foto: zvg)

Walter Oberhänsli, CEO Zur Rose AG. (Foto: zvg)

Von André Spillmann, ZKB

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Geschäftsjahr 2015:
Die Zur Rose Group musste aufgrund der Auf­hebung des Euro-Mindestkurses eine Umsatzeinbusse von 8.9% auf CHF 834. Mio. hinnehmen. Dieser negative Effekt machte rund CHF 50 Mio. aus. Weitere CHF 40 Mio. entfielen auf den bewussten Ver­zicht auf das margenschwache Grosshandelsgeschäft von Doc Mor­ris. Der ausgewiesene EBITDA von CHF 15.8 Mio. (VJ 17.3) wurde von Umzugs-und Anlaufkosten für das neue Logistikzentrum von Doc Morris belastet. Bereinigt um diese Effekte und bei konstanten Wechselkursen wäre der EBITDA bei CHF 18.5 Mio. gelegen, was einer Zunahme von 6.7% gegenüber dem Vorjahr entsprochen hätte. Das Unternehmensergebnis beträgt trotz zusätzlicher Belastung mit unrealisierten Währungsumrechnungsdifferenzen auf Bilanzposi­tionen CHF 3.4 Mio. An der kommenden Generalversammlung wird den Aktionären eine um CHF 0.10 tiefere Dividende von CHF 0.50 vorgeschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 47%. Im Vorjahr lag diese bei 34%. Die Sparte Doc Morris konnte die Ver­käufe von rezeptfreien Medikamenten um 15% steigern. Der Poststreik und die 2012 erfolgte Ausdehnung der deutschen Arzneimit­telpreisverordnung für verschreibungspflichtige Arzneimittel auf aus­ländische Versandapotheken wirkten sich indes dämpfend auf die Umsatzentwicklung der rezeptpflichtigen Medikamente aus. Zur Ro­se konnte in der Schweiz den Umsatz um 8% steigern, so konnte die Marktführerschaft im Ärzte-und Versandgeschäft weiter ausge­baut werden. Ausblick: Das Online-Geschäft bietet zahlreiche Chancen, die Zur Rose als eine der führenden Versandapotheken-Gruppe in Europa, wahrnehmen möchte. Auch in der Schweiz stehen unter anderem mit dem weiterhin prosperierenden Specialty Care-Geschäft und der für Sommer 2016 geplanten Eröffnung des ersten Flagshipstores in Bern umfassende Wachstumsmöglichkeiten offen. Mit der Über­nahme von BlueCare in Winterthur wurde die Kompetenz und Inno­vationskraft im Bereich der digitalen Systemlösungen gestärkt.

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Fazit:
Das Zur Rose Modell scheint langsam zu greifen, die Integrati­on von Doc Morris scheint abgeschlossen zu sein. Auf operativer Ebene sind die Margen nach wie vor tief, trotz der Eurosituation konnten diese aber gehalten werden. Die Währungssituation wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, da die Hälfte des Um­satzes im Euroraum erzielt wird. Das OTC-Geschäft in Deutschland hat sich im vergangen Jahr positiv entwickelt, dieser Trend dürfte auch im laufenden Jahr anhalten. In der Schweiz steht die Eröffnung des Flagshipstores im Fokus. Das Projekt könnte ebenfalls Potential für weiteres Wachstum in der Schweiz haben. Aus dem regulatori­schen Umfeld ist in diesem Jahr noch der Entscheid des EuGH zu erwarten, ob EU-ausländische Versandapotheken künftig wieder Ra­batte im Zusammenhang mit der Abgabe rezeptpflichtiger Arznei­mittel gewähren dürfen. Nach wie vor ist offen, mit welchem strate­gischen Investor die Durchführung der geplanten Kapitalerhöhung über CHF 30 Mio. vollzogen wird. Gesucht werden einer oder meh­rere Minderheitsaktionäre, welche zur Gruppe passen würden. Der Schritt ist notwendig um die Bilanz, welche eine Eigenkapitalquote von 31.8% ausweist, zu stärken. Trotz der Kurssteigerung von über 13% seit Jahresbeginn sind die Aktien von der Vergleichsbewertung eher im unteren Bereich angesiedelt. (ZKB/mc/ps)

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Aktienkurs Zur Rose Group bei ZKB eKMU-X

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