Zukunftsfonds Schweiz den Pensionskassen vorgestellt

Fathi Derder
Fathi Derder, FDP-Nationalrat und Präsident der Stiftung Pro Zukunftsfonds Schweiz. (Foto: parlament.ch)

Bern – In Bern haben Vertreter der Stiftung Pro Zukunftsfonds Schweiz vor rund 120 Verantwortlichen von Vorsorgeeinrichtungen das Projekt Zukunftsfonds Schweiz präsentiert. Dieser Dachfonds soll im Sinne der Motion Graber geschaffen werden, damit Schweizer Pensionskassen vermehrt in wachstumsstarke Schweizer Jungunternehmen investieren.

Auf Einladung des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) und in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Pensionskassenverband (ASIP) trafen sich in Bern rund 120 Vertreter von Vorsorgeeinrichtungen zur Tagung „Venture-Capital Schweiz“. An dieser wurden Voraussetzungen und Möglichkeiten vorgestellt, evaluiert und diskutiert, wie Pensionskassen einen kleinen Teil ihrer Langfristanlagen in die Entwicklungsphase wachstumsstarker Jungunternehmen investieren können.

Fathi Derder, Nationalrat und Präsident Stiftung Pro Zukunftsfonds Schweiz, eröffnete den Anlass. Karl Reichmuth, Privatbankier und Stiftungsrat Pro Zukunftsfonds Schweiz, konkretisierte in seiner Präsentation das Projekt Zukunftsfonds Schweiz und unterstrich dabei die Vorteile eines Dachfonds für die Pensionskassen. Damit können die Pensionskassen die Risiken von Venture-Capital-Direktinvestitionen vermeiden, längerfristig überdurchschnittliche Renditen erzielen und dazu beitragen, hochwertschöpfende Arbeitsplätze zu schaffen – zu Gunsten kommender Generationen und der Schweizer Volkswirtschaft.

Die Tagung „Venture-Capital Schweiz“ ist nach der gemeinsamen Erklärung der Bundesräte Johann Schneider Ammann und Alain Berset mit Spitzenvertretern der Schweizer Finanzindustrie im Dezember 2016 ein weiterer Schritt zur Umsetzung der im Dezember 2013 von Ständerat Konrad Graber eingereichten Motion „Langfristanlagen von Pensionskassen in zukunftsträchtige Technologien und Schaffung eines Zukunftsfonds Schweiz“.

Das Beispiel der Pensionskassen in den USA
In den USA investieren Pensionskassen rund 5 Prozent ihrer Mittel in Venture-Capital, in der Schweiz liegt diese Quote im tiefen Promillebereich. Die US-Pensionskassen erzielten damit über 30 Jahre durchschnittliche Renditen von 12-18 %. Die grossen Wachstumsmotoren der US-Wirtschaft wie Intel, Google, Genentech, Amgen, HP usw. wurden alle von Venture-Capital finanziert. Schweizer Pensionskassen sind in der Regel zu klein, um hochspezialisierte Intermediäre mit Fachkenntnissen anzustellen und insbesondere das Risiko genügend breit zu streuen. Dafür soll der Zukunftsfonds Schweiz geschaffen werden. Dieser soll in der Schweiz (über 50 %) und Europa investieren in hochspezialisierte, privatwirtschaftlich organisierte Wagniskapitalfonds in den Bereichen Energy & Cleantech, neue Materialien/ Werkstofftechnologie, Nanotechnologie, IT und Robotik, Biotechnologie und Medizinaltechnik. (mc)

Pro Zukunftsfonds Schweiz

Stiftung Pro Zukunftsfonds Schweiz
Die Stiftung Pro Zukunftsfonds Schweiz bezweckt die Schaffung eines Dachfonds, der es Pensionskassen, Versicherungen und ähnlichen institutionellen Anlegern ermöglichen soll, in Schweizer Jungunternehmen an der Spitze der technischen Entwicklung zu investieren, damit sie ihre innovativen Produkte bis zur Marktreife entwickeln können. Ein kleiner Teil der langfristigen Ersparnisse der Schweiz soll damit in die arbeitsplatzschaffende Realwirtschaft zurückgeführt werden, zu Gunsten künftiger Generationen und Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung in künftigen Schlüsseltechnologien. Die Stiftung engagiert sich zudem für flankierende Massnahmen, welche die Rahmenbedingungen vor allem für kapitalintensive, zukunftsträchtige Schweizer Jungunternehmen verbessern. Sie fordert damit die Umsetzung der Motion von Konrad Graber „Langfristanlagen von Pensionskassen in zukunftsträchtige Technologien und Schaffung eines Zukunftsfonds Schweiz“, welche von National- und Ständerat im Februar 2014 verabschiedet und an den Bundesrat überwiesen worden ist.

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