Zurich Insurance H1: Betriebsgewinn um 17% gesteigert

Martin Senn

Martin Senn, CEO Zurich Insurance Group. (Bild: Zurich)

Zürich – Die Zurich Insurance Group hat im ersten Halbjahr 2012 den Gewinn deutlich gesteigert und ist weiter gewachsen. Dabei profitierte die Zurich vor allem davon, dass im laufenden Jahr grössere Belastungen aus Naturkatastrophen ausgeblieben sind. Beim Umsatz waren insbesondere die Wachstumsmärkte in Lateinamerika und Asien für den Anstieg verantwortlich.

Der den Aktionären anrechenbare Reingewinn stieg im Halbjahr um 13% auf 2,22 Mrd USD. Der Betriebsgewinn (Business Operating Profit – BOP) kletterte um 17% auf 2,51 Mrd, während der Gesamtumsatz der Gruppe um 7% auf 37,5 Mrd USD wuchs, wie die Zurich am Donnerstag schreibt. Das Eigenkapital wird mit 32,4 Mrd ausgewiesen, entsprechend einem Plus von 2%.

«Gute Profitabilität erreicht»
Mit den Halbjahreszahlen lag die Zurich im Rahmen der Erwartungen. Mit dem Gewinn hat der Versicherer etwas besser abgeschnitten als erwartet, mit dem BOP etwas schlechter. Die Zurich habe eine gute Profitabilität erreicht, was angesichts des schwierigen Umfelds ein sehr erfreuliches Ergebnis sei, wird CEO Martin Senn in der Mitteilung zitiert. Die Eigenkapitalrendite auf dem BOP berechnet stieg denn auch auf 12,1% nach 10,6% im Vorjahr.

Weniger Naturkatastrophen
In der Schadenversicherung (General Insurance) erhöhte sich der BOP um 46% auf 1,63 Mrd USD und die Combined Ratio verbesserte sich auf 94,9% nach 99,3%. Die Halbjahreswerte der beiden Perioden sind aber nur bedingt vergleichbar, hatten doch im Vorjahr grosse Naturkatastrophen (v.a. Erdbeben in Japan und Neuseeland) die Rechnung stark belastet. Demgegenüber löste die Zurich allerdings im laufenden Jahr mit 374 Mio verglichen mit 608 Mio deutlich weniger Reserven für Versicherungsdeckung aus früheren Jahren auf.

Die Prämieneinnahmen bei General Insurance wuchsen leicht um 1% auf 19,2 Mrd USD; in Lokalwährungen betrug das Wachstum 5%. Man habe den Fokus auf selektives und rentables Wachstum gelegt, heisst es. Im Durchschnitt sei bei den Prämiensätzen eine Steigerung von 3,5% erzielt worden. Wachstum erreichte die Gruppe vor allem in den International Markets, wobei auch die Übernahmen in Malaysia und Lateinamerika eine Rolle spielten. Auch Nordamerika wuchs, während die Einnahmen in Europa schrumpften.

Wachstum in Lateinamerika
Einen starken Prämienanstieg um 11% (+18% in LW) auf 14,7 Mrd USD erzielte die Zurich in der Lebensparte (Global Life). Dabei profitierte die Gruppe von der Allianz mit der Banco Santander in Lateinamerika. Sie trage erste Früchte, so der CEO. Der BOP sank hingegen um 11% auf 651 Mio. Belastend wirken die niedrigen Zinsen auf das bestehende traditionelle Versicherungsgeschäft und zudem fielen die aktivierten Abschlusskosten tiefer aus. Der Wert des Neugeschäfts sank um 17% (-14% in LW) auf 424 Mio USD. Der positive Einfluss des Wachstums in Nordamerika, Grossbritannien und Lateinamerika sei vom anhaltend schwierigen Umfeld und niedrigen Zinssätzen in Europa aufgehoben worden, so die Mitteilung.

Farmers Re mit Prämienwachstum von 49%
Die Management-Dienstleistungen für den US-Partner Farmers brachten der Zurich Gebühren von 1,42 Mrd USD ein, ein Plus von 3%. Der Rückversicherer Farmers Re erzielte ein Prämienwachstum von 49% auf 2,21 Mrd. Dennoch sank der Farmers-BOP um 18% auf 601 Mio, was auf einen wetterbedingten Verlust bei Farmers Re zurückzuführen sei. Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Zurich eine Gesamtanlagerendite (nicht annualisiert) von 3,2% nach 1,7% im Vorjahr. Diese Rendite schliesst auch den Anstieg der nicht realisierten Gewinne von 2,1 Mrd mit ein. Ohne diese Gewinne blieb die Anlagerendite unverändert bei 2,1% stehen.

Wachstumsstrategie fortgesetzt
«Wir setzen unsere Wachstumsstrategie erfolgreich um», erklärte Martin Senn an einer Telefonkonferenz. Dabei konzentriere sich die Gruppe weiterhin auf ihre strategischen Ziele. Ein Ziel ist es, den Schaden-Kosten-Satz bis 2013 um 3 bis 4 Prozentpunkte im Vergleich zu den globalen Mitbewerbern zu verbessern. Auch am langfristigen Renditeziel von 16% zum BOP hält Senn fest. Allerdings werde es im derzeitigen Tiefzinsumfeld sehr schwierig sein, dieses Ziel zu erreichen, bekräftigte er frühere Aussagen. «Wir streben im Moment eher einen Wert von 14% an.»

Michael Kerner neuer CEO von General Insurance
Bereits am Mittwochabend teilte die Zurich mit, dass Michael Kerner der neue CEO von General Insurance wird. Kerner folgt auf Mario Greco, der Anfang Juni an die Spitze des italienischen Versicherungskonzerns Generali gewechselt ist. Er amtet derzeit als CEO der Firmenkunden-Einheit Global Corporate in Nordamerika. (awp/mc/upd/ps)

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