Zurich 2013: Ergebnisanstieg und stabil hohe Dividende

Martin Senn

Zurich-CEO Martin Senn. (Bild: Zurich)

Zürich – Der Versicherungskonzern Zurich hat im Jahr 2013 von einer geringeren Schadenlast aus Grossereignissen profitiert und so trotz rückläufigen Kapitalerträgen das Ergebnis klar verbessert. Um den langfristigen Erfolg zu sichern, durchleuchtet die Zurich das Geschäftsportfolio. Den Aktionären verspricht CEO Martin Senn künftig weiterhin attraktive Dividendenzahlungen.

Im Jahr 2013 steigerte die Zurich den operativen Gewinn (Business Operating Profit – BOP) um 15% auf 4,68 Mrd USD und lag damit im Rahmen der Markterwartungen. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn verbesserte sich lediglich um 4% auf 4,03 Mrd, wie die Zurich in der Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Tiefere Kapitalgewinne, hohe Kosten für den Umbau und eine etwas höhere Steuerbelastung liessen den Gewinn weniger stark als den BOP ansteigen.

Die Aktionäre dürfen sich dennoch auf eine zum Vorjahr unverändert hohe Ausschüttung von 17 CHF je Titel freuen. Damit führt der Versicherungskonzern gut zwei Drittel seines Gewinns an die Aktionäre ab. CEO Martin Senn will auch in Zukunft eine «nachhaltig attraktive» Dividende bezahlen.

Tiefe Schadenlast
Ein wichtiger Grund für das deutlich höhere operative Ergebnis sei die tiefe Schadenlast gewesen, hielt Senn an der Bilanzmedienkonferenz fest. Ausserdem habe man 2012 die Reserven im Deutschland-Geschäft stark aufstocken müssen. So ist der BOP in der Schadenversicherung (General Insurance) um 35% auf 2,86 Mrd USD in die Höhe geklettert.

Die Combined Ratio verbesserte sich auf 95,5% nach zuvor 98,4%, wobei grosse Naturkatastrophen nur noch mit 0,3 (VJ 2,5) Prozentpunkten zu Buche schlugen. Die Auflösung von Reserven für Geschäft aus früheren Jahren liess die Quote um 2,4 (2,1) Punkten besser aussehen.

Im Lebengeschäft (Global Life) konnten die rückläufigen Kapitalerträge nicht ganz kompensiert werden und der BOP sank um 6% auf 1,27 Mrd USD. Dagegen steigerte das Farmers-Segment, das Management-Dienstleistungen für den US-Versicherer Farmers Exchanges erbringt, dank des Rückversicherungsteils den BOP um 8% auf 1,52 Mrd.

Sinkende Kapitalerträge
Wie alle Versicherer auch hat die Zurich mit sinkenden Kapitalerträgen zu kämpfen. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen brach um 18% auf 7,4 Mrd USD ein bei einer Nettorendite von 3,5% (VJ 4,4%). Dabei hatte der Verkauf der Restbeteiligung an New China Life einen Gewinn von 692 Mio eingebracht.

Das Eigenkapital der Gruppe sank per Ende Jahr auf 32,5 Mrd USD nach 34,5 Mrd Ende 2012. Die Eigenkapitalrendite belief sich – basierend auf dem BOP – auf 10,5% (VJ 9,3%). In den kommenden Jahren wird ein Wert zwischen 12 und 14% angestrebt, wobei die um nicht-realisierte Kapitalgewinne oder -verluste bereinigte Rendite zum Vergleich herangezogen wird. Diese Rendite hatte 2013 einen Wert von 11,6%.

Fokus auf Schwellenmärkte
Der Gesamtumsatz der Gruppe sank um 4% auf 70,4 Mrd USD. In den beiden wichtigsten Geschäftszweigen stand einem Prämienzuwachs in der Nichtleben-Versicherung von 2% auf 36,4 Mrd ein Rückgang im Leben-Geschäft um 10% auf 27,1 Mrd gegenüber. Gewachsen sei man vor allem in Schwellenmärkten, wo man in den beiden Hauptsparten bereits ein Geschäftsvolumen von rund 12 Mrd generiere, sagte der Finanzchef Vibhu Sharma.

Gut ablesen lasse sich die Wachstumsdynamik des Lebengeschäfts etwa am Wert des Neugschäfts (NBV), der sich dank der erstmaligen Einbeziehung des Santander-Teils in Lateinamerika um 41% auf 1,25 Mrd USD erhöht hat. Mehr als 35% des NPV falle auf die Schwellenländer, meinte Spartenchef Kristof Terryn.

Im laufenden Jahr will Senn den am Investorentag im Dezember angekündigten Umbau des Konzerns vorantreiben. In einem ersten Schritt hat die Zurich den Vertriebskanal des Lebengeschäfts in Hongkong geschlossen (Kosten: 40 Mio USD). Weiter wurde im Rahmen der Überprüfung des russischen Privatkundengeschäfts Goodwill im Umfang von 200 Mio abgeschrieben. Von den gegen 600 Mio budgetierten Restrukturierungskosten wurden im vierten Quartal insgesamt bereits gut 300 Mio eingesetzt, der Rest kommt im ersten Halbjahr 2014 zum Tragen.

Aktie im Plus
An der Börse schlossen die Zurich-Aktien um 1,2% höher auf 271,40 CHF (SMI: -0,22%). Nach leichten Verlusten zu Handelsbeginn und anfänglicher Zurückhaltung hätten sich doch noch Käufer gefunden, meinten Händler. Sowohl die Ergebnisse als auch die Dividende lagen Analysten zufolge im Rahmen der Erwartungen. (awp/mc/upd/ps)

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