Zurich mit leichtem Gewinnrückgang im Q1

Martin Senn

Martin Senn, CEO Zurich Insurance Group. (Bild: Zurich/mc)

Zürich – Die Zurich Group ist solide in das Jahr 2015 gestartet: Zwar nahmen im ersten Quartal sowohl das operative Ergebnis als auch der Reingewinn leicht ab, in Lokalwährungen wurden aber die von Pensionsgewinnen begünstigten Vorjahresergebnisse egalisiert. Operativ profitierte die Zurich von erneut tiefen Schadenkosten. Sondereffekte im «Non Core»-Bereich führten sogar dazu, dass die Erwartungen am Markt leicht übertroffen wurden. Der Fokus bleibt künftig weiterhin auf Effizienzsteigerungen gerichtet.

In US-Dollar sank der operative BOP (Business Operating Profit) um 6% auf 1,30 Mrd USD während der Reingewinn um 4% auf 1,22 Mrd zurückging, wie die Zurich am Donnerstag mitteilte. CFO George Quinn bezeichnete das Ergebnis als «befriedigend», wobei der Gewinn sich um Wechselkursbewegungen bereinigt auf Vorjahresniveau bewege. Das Geschäftsvolumen ging um 3% auf 18,7 Mrd zurück (+5% in LW). Besonders stark wuchs die Zurich in den Wachstumsmärkten (+12%). Aber auch das Geschäft mit Grosskunden, Global Corporate, legte mit 10% deutlich zu.

Combined Ratio verschlechtert
In der Schadenversicherung (General Insurance) ging der BOP um einen Fünftel auf 706 Mio USD zurück. Allerdings hatten im Vorjahr Einmaleffekte aus Pensionsverpflichtungen (130 Mio) und Währungsgewinne das Ergebnis begünstigt. Ohne diese Sondereffekte und währungsbereinigt wäre der BOP stabil geblieben, gab Quinn zu Protokoll.

«In General Insurance arbeiten wir daran, die Combined Ratio zu senken. Vorallem die Kostenseite ist noch zu hoch», so der Finanzchef weiter. Die Combined Ratio verschlechterte sich im Quartal um 0,8 Prozentpunkte auf 96,7%. Dabei belasteten Katastrophenschäden den Wert mit 1,4 Prozentpunkten weniger stark als noch im Vorjahr (1,9 Punkte). Im Gegenzug wurden etwas weniger Reserven für Geschäft aus früheren Jahren aufgelöst.

Auch im Lebengeschäft (Global Life) strebt die Zurich Ergebnisverbesserungen an. Im Berichtsquartal blieb der BOP mit den zum Vorjahr unveränderten 319 Mio USD unterhalb der quartalsweise angestrebten 350 Mio. Das Tiefzinsumfeld bleibt aber eine grosse Herausforderung, was sich etwa an der auf 19,2% von 24,4% gesunkenen Neugeschäftsmarge ablesen lässt.

«Non Core»-Geschäft stützt
Derweil entwickle sich das Geschäft mit dem US-Partner Farmers gewünscht gut. Dies obwohl der BOP um 6% auf 391 Mio USD zurückgegangen ist. Gründe für den Rückgang waren hauptsächlich ein weniger starker Anstieg der Managementgebühren und rückläufige Kapitalerträge.

Im nicht zum Kerngeschäft gehörenden Teil, der mit dem Ziel der Risikominderung und Kapitalfreisetzung verwaltet wird, resultierte ein BOP-Gewinn von 25 Mio USD nach einem Verlust von 61 Mio. In dem schwieriger zu deutenden Geschäft hatten Analysten einen tieferen Gewinn erwartet. Im Segment «Übrige» reduzierte sich der BOP-Verlust dank einem höherem Finanzerfolg um 26 Mio auf 146 Mio, wogegen Analysten mit einem Verlustanstieg gerechnet haben.

Stabile Anlagerendite
Die Kapitalanlagen brachten im ersten Quartal nicht annualisiert eine Nettorendite wie im Vorjahr von 1,0% ein und das Eigenkapital wuchs auf 35,4 Mrd USD von 34,7 Mrd Ende Dezember. Dabei steht der SST-Quotient per 1. Januar mit 196% immer noch auf einem hohen Niveau, allerdings hatte er im Jahr davor noch 215% betragen. Nach dem internen Z-ECM-Kapitalmodell ergibt sich eine Quote von 122% nach zuvor 126%.

In Zukunft strebt die Zurich weiterhin eine Eigenkapitalrendite auf dem BOP im Bereich von 12 bis 14% an, wobei diese im Quartal mit 12,9% in etwa in der Mitte der Bandbreite zu liegen kam. Um Sondereffekte und den Einfluss von grossen Naturkatastrophen bereinigt lag die Rendite mit 11,2% darunter. Die Zurich lege nach wie vor ein besonderes Schwergewicht auf die Steigerung der Effizienz, so Quinn. «Wir werden an unserem Investorentag am 21. Mai über den aktuellen Stand der Umsetzung unserer Strategie informieren.» (awp/mc/upd/ps)

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