Zurich steigert Betriebsgewinn nach neun Monaten um 7%

Martin Senn

Martin Senn, CEO Zurich Insurance Group. (Foto: Zurich)

Zürich – Die Zurich-Gruppe hat in den ersten neun Monaten die Ergebnisse gesteigert, die Gewinnentwicklung ist jedoch im dritten Quartal ins Stocken geraten. Nachreservierungen in Grossbritannien oder auch die hohe Steuerrate belasteten den Gewinn. Die Gruppe will dennoch erneut eine «attraktive» Dividende ausbezahlen. An der Börse werden die gut bewerteten Aktien vorerst verkauft.

Mit Blick auf die ersten neun Monate liest sich der am Donnerstag vorgelegte Ergebnisausweis der Versicherungsgruppe gut: Der Betriebsgewinn (Business Operating Profit – BOP) stieg um 7% auf 3,83 Mrd USD, der Gewinn legte um 3% auf 3,04 Mrd zu und der Gesamtumsatz wuchs um 3% auf 54,7 Mrd. Die Rendite auf dem Eigenkapital lag mit annualisiert 11,8% (Ende Juni: 12,5%) nur leicht unter der Zielbandbreite von 12 bis 14%.

Gewinnrückgang im Q3
Die Analysten hatten im Vorfeld aber mit höheren Resultaten gerechnet. Da jedoch der BOP im dritten Quartal um 6% auf 1,21 Mrd USD und der Gewinn gar um 16% auf 928 Mio USD zurückgeglitten sind, wurden die Vorgaben verpasst. Die Combined Ratio verschlechterte sich trotz einer gegenüber dem Vorjahr tieferen Schadenbelastung um 0,3 Prozentpunkte auf 97,7%.

Ein Grund für das schlechtere Abschneiden findet sich in der Sparte General Insurance (Nichtleben), wo gemessen an der Combined Ratio für Geschäfte aus früheren Jahren Reserven von lediglich 0,6 Prozentpunkten (VJ 3,1 PP) aufgelöst wurden. Zusatzreservierungen für Asbest-Risiken in Grossbritannien im Umfang von 70 Mio USD trübten das Bild.

Die Steuerquote bewegte sich zudem mit 33% auf unüblich hohem Niveau, dies aufgrund einer Reihe nicht-wiederkehrender Effekte, wie Finanzchef George Quinn an einer Telefonkonferenz erklärte. «Für das Gesamtjahr rechnen wir daher neu mit einem Wert von leicht über 29% anstatt wie bis anhin mit 27,5%».

Fokus auf profitables Geschäft
Mit Blick auf die ersten neun Monate sind die Prämieneinnahmen Nichtleben leicht um 1% auf 28,4 Mrd USD gewachsen. Die Zurich setze gezielte Re-Underwriting-Massnahmen und Prämiensatzsteigerungen in jenen Portfolios durch, in welchen die Renditen die Vorgaben nicht erreichen, hiess es. In Bereichen mit besseren Renditeaussichten werde investiert.

In der Lebenversicherung (Global Life) wies die Zurich mit 965 Mio USD einen leicht unter Vorjahr liegenden BOP aus. Das Geschäftsvolumen stieg dagegen um 9% auf 21,3 Mrd an und der Wert des Neugeschäfts erhöhte sich um 4% auf 757 Mio. Dabei seien weitere Fortschritte im Bankvertrieb erzielt worden, so Quinn.

Farmers wächst wieder
Der US-Partner Farmers, für den die Zurich Management-Leistungen erbringt, ist im dritten Quartal erstmals nach sechs rückläufigen Quartalen mit einem Prämienplus von 0,6% auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Nach neun Monaten sind die Einnahmen allerdings um 113 Mio USD gesunken und der Betriebsgewinn der Zurich im Farmers-Geschäft ging geringfügig auf 1,0 Mrd zurück. In den nicht zum Kerngeschäft gehörenden Einheiten reduzierte sich der BOP auf 6 Mio nach zuvor 35 Mio.

Die Kapitalanlagen trugen 6,7 Mrd USD zum Gruppenertrag bei, was auf nicht-annualisierter Basis zu einer zum Vorjahr um 0,7 Prozentpunkten höheren Nettorendite von 3,3% führte. Die gute Ertragsentwicklung festverzinslicher Papiere liess die Gesamtrendite gar um 5,8 Punkte auf 6,4% ansteigen. Die SST-Solvenzquote ging leicht um 2 Prozentpunkte auf 215% zurück und nach dem internen Z-ECM-Modell liegt die Quote mit 126% (per Ende Juni berechnet) weiterhin über der Guidance von 100-120%.

«Attraktive» Dividende
Die Zurich mache im Geschäft laufend Fortschritte, doch sei auch klar, dass das Marktklima schwieriger werde, sagte Quinn. Er zeigte sich betreffend der Auszahlung einer erneut «attraktiven» Dividende aber zuversichtlich. Im vierten Quartal wird der Gewinn – wie angekündigt – wegen des Rückzugs aus dem russischen Retail-Geschäft mit rund 300 Mio belastet sein. Detaillierte Informationen zum Geschäft erhalten die Analysten am Investorentreffen vom 5. Dezember.

An der Börse wurden am Berichtstag Gewinne mitgenommen und die Zurich-Titel büssten 2,2% auf 287,40 CHF ein (SMI Schluss: +0,23%). (awp/mc/upd/ps)

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