Zurich würde allfällige RSA-Übernahme mit Cash bezahlen

Martin Senn

Zurich-CEO Martin Senn. (Foto: Zurich)

Zürich – Die Zurich Gruppe könnte den Aktionären der britischen RSA Insurance Group vielleicht schon bald ein Kaufangebot unterbreiten. Sollte es zu einer Offerte kommen, dürfte diese in bar erfolgen. In Analystenkreisen geht man nun davon aus, dass die Zurich zur Finanzierung der Übernahme das Aktienkapital nicht erhöhen wird. An der Börse verlieren die Zurich-Papiere am Mittwoch weiter leicht an Wert.

Die Zurich zielt beim möglichen Übernahmeangebot für RSA auf ein reines Barangebot ab. Sollte es zu einem Übernahmeangebot kommen, sei es wahrscheinlich, dass es sich um eine reine Barofferte handeln werde, teilte Zurich am Mittwoch in einem knappen Communiqué mit und präzisierte damit die Mitteilung des Vortages.

Am Dienstag signalisierte die Zurich in einer Mitteilung ihr Interesse an der RSA und reagierte damit auf entsprechende Marktspekulationen. Das bedeute aber nicht, dass auch tatsächlich ein Angebot unterbreitet werde, hielt die Zurich gleichzeitig fest. Man werde die Öffentlichkeit bei Bedarf und zu gegebener Zeit informieren.

RSA bereitet sich auf Gespräche vor
Die RSA Group reagierte noch am Dienstagnachmittag und liess verlauten, dass sie vom Übernahmeinteresse der Zurich Kenntnis genommen habe. Die Briten wiesen aber ebenfalls darauf hin, dass bislang mit der Zurich noch keine Gespräche geführt wurden und auch keine Offerte vorliege. Ihren Aktionären empfahl die RSA, wartend an der Seitenlinie zu bleiben.

Gleichzeitig bereitet sich RSA auf Übernahmegespräche vor. Gemäss einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Mittwoch hat man mit Goldman Sachs und der Finanzberatung Robey Warshaw zwei beratende Gesellschaften beigezogen. Die Agentur verweist dabei auf Aussagen von mit dem Vorgang vertrauten Personen.

Zurich-Aktie bleibt unter Druck
Dass die Zurich Insurance den Kaufpreis für RSA ausschliesslich mit Cash finanzieren will, bedeute, dass keine Kapitalerhöhung erfolgen soll, schreibt Georg Marti von der ZKB. Dies sei vorteilhaft, da so eine Gewinnverwässerung vermieden werden könne. Es bleibe aber unklar, wie der Gesamtbetrag von möglicherweise 5,3 bis 6,2 Mrd GBP in Cash finanziert werden soll. Der Zurich stünden rund 3 Mrd USD interne Cash-Mittel zur Verfügung, die restlichen benötigten Mittel von schätzungsweise rund 3,3 bis 4,2 Mrd GBP müssten wohl mit neuen Fremdmitteln beziehungsweise über die Ausgabe von Bonds beschafft werden.

Bei der Bank J. Safra Sarasin glaubt man, dass die Übernahme mit Barmitteln gestemmt werden könnte. Der Zurich stünden nebst dem ungenutzten Überschusskapital von rund 4,5 Mrd USD beziehungsweise 3 Mrd GPB auch noch nicht in Anspruch genommenes Hybridkapital in Höhe von bis zu 3 Mrd USD bzw. 2 Mrd GBP zur Verfügung, um die den Gerüchten zufolge 5,5 Mrd GBP-schwere Übernahme grösstenteils zu berappen.

Bei den Anlegern geht aber nach wie vor die Sorge um, dass mit einer milliardenschweren Übernahme die Chancen auf Sonderausschüttungen wie Sonderdividenden oder Aktienrückkäufe schwinden. Vor diesem Hintergrund büssen Zurich in einem sich weiterhin erholenden Gesamtmarkt bis um 11.30 Uhr 0,2% auf 290,50 CHF ein nachdem die Aktie am Dienstag bereits 1,8% verloren hatte. Die RSA-Papiere (-2,4%) werden derzeit an der Londoner Börse zurückgenommen. Allerdings hatten die Aktien am Vortag gut 18% dazugewonnen. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.