Drei chinesische Firmen planen Zweitkotierung in der Schweiz

Drei chinesische Firmen planen Zweitkotierung in der Schweiz
Sany Heavy Industry, einer der grössten Baumaschinenhersteller Chinas.

Zürich – Bereits drei chinesische Firmen liebäugeln mit einer Zweitkotierung in der Schweiz. Ihr Ziel ist es, Investoren aus dem Ausland zu gewinnen. Von der chinesischen Wertpapieraufsicht geplante Lockerungen machen diesen Schritt möglich.

Bereits am Dienstag hatte Sany Heavy Industry, einer der grössten Baumaschinenhersteller Chinas, seine Pläne offengelegt. Das Unternehmen zählt mehr als 40’000 Angestellte.

Am Mittwoch zogen Guoxuan High-Tech und Lepu Medical nach. Erstere ist auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Lithium-Batterien und Energieübertragungssystemen spezialisiert. Lepu Medical stellt medizinische Geräte wie Antigen-Schnelltestkits her.

Die Aktien der genannten Firmen sollen als Global Depository Receipts (GDR) an der SIX Swiss Exchange kotiert werden, hiess es in den jeweiligen Medienmitteilungen. Der Hauptmarkt von Sany ist die Shanghai Stock Exchange, Guoxuan und Lepu sind an der Shenzhen Stock Exchange kotiert.

Finanzielle Details oder den Zeitpunkt der Kotierung nannte keines der Unternehmen. Alle drei verfolgen eine Internationalisierung ihrer Geschäfte, hiess es lediglich.

Erste China-Firma in der Schweiz
Klappt die Kotierung, könnte Sany, Guoxuan oder Lepu das erste chinesische Unternehmen werden, das im Rahmen eines erweiterten grenzüberschreitenden Listing-Programms in der Schweiz gehandelt wird.

China weitet derzeit sein Programm für grenzüberschreitende Börsenkotierungen in Europa aus, um mehr ausländisches Kapital für seine Märkte zu gewinnen.

Mitte Februar hatte die chinesische Wertpapieraufsichtsbehörde CSRC erklärt, das sogenannte «Stock Connect»-Programm solle auch auf die Börsen in der Schweiz und Deutschland ausgeweitet werden. Bisher gilt es nur für die London Stock Exchange.

Schweizer Börse steht bereit
Die Schweizer Börse steht jedenfalls bereits in den Startlöchern. «Auf unserer Seite ist alles bereit», sagte SIX-Sprecher Jürg Schneider zur Nachrichtenagentur AWP. Bis es mit der Kotierung so weit ist, müssten die Pläne der CSRC aber noch von den örtlichen Gremien genehmigt werden.

Die Schweizer Börse müsste noch nicht einmal ein neues Handelssegment einrichten. «Das GDR Listing Segment besteht schon seit 2007 – es wurde bisher nur noch nie in Anspruch genommen», sagte SIX-Sprecher Schneider.

Global Depository Receipts sind nach dem Vorbild der American Depository Receipts (ADR) entwickelte Hinterlegungsscheine, die das Eigentum an Aktien verbriefen. Ein GDR kann sich auf eine, mehrere oder auch nur auf einen Aktienbruchteil beziehen. GDRs werden an Börsen weltweit stellvertretend für die Original-Aktie gehandelt. (awp/mc/pg)

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