Adidas legt Latte für den Gewinn erneut höher

Herbert Hainer
Herbert Hainer, ehemaliger Adidas-CEO.

Adidas-Chef Herbert Hainer.

Herzogenaurach – Dank der Fussball-Europameisterschaft und einer starken Nachfrage aus den Schwellenländern hat Europas grösster Sportartikelhersteller Adidas im zweiten Quartal unerwartet kräftig zugelegt. Anders als der kleinere Rivale Puma , der Mitte Juli die Märkte mit einer Gewinnwarnung schockte, hob der Konzern am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahresbilanz seine Prognose für den Nettogewinn sogar an. Die Aktie verlor dennoch im frühen Handel um 1,76 Prozent auf 59,83 Euro. Börsianer führten dies auf Gewinnmitnahmen zurück nach besser als erwartet ausgefallenen Ergebnissen.

Adidas geht nun davon aus, dass der Überschuss im laufenden Jahr auf einen Rekordwert von 770 bis 785 Millionen Euro steigt. Das entspricht einem Plus von 15 bis 17 Prozent. Zuletzt hatte Adidas mit einem Anstieg von 12 bis 17 Prozent kalkuliert. Der Umsatz wird weiterhin währungsbereinigt um etwa zehn Prozent höher erwartet. Adidas hatte bereits im April nach einem starken Jahresauftakt seine Erwartungen angehoben. Dass der Konzern jetzt abermals nachlegt, hatten angesichts der momentanen Schwäche bei Puma und einem eher enttäuschend verlaufenen Quartal bei Nike die wenigsten Analysten erwartet.

«Haben den Fussball-Sommer dominiert»
Vorstandschef Herbert Hainer zeigte sich äusserst zufrieden mit dem Abschneiden des von ihm geführten Konzerns: «Wir haben im ersten Halbjahr 2012 erneut glänzende Geschäftsergebnisse erzielt», sagte er laut Mitteilung. «Wir haben den Fussball-Sommer dominiert, unsere operative Marge verbessert und unsere Vorräte erstklassig gemanagt.» Adidas wächst derzeit vor allem durch den eigenen Einzelhandel und baut seine Präsenz in den Schwellenländern stetig aus. Auch die grossen Sportereignisse in diesem Jahr wie die EM und die momentan laufenden Olympischen Spiele sollen für mehr Geschäft sorgen.

Im zweiten Quartal legten die Erlöse angekurbelt von Trikotverkäufen während der EM um knapp 15 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Das Betriebsergebnis kletterte um gut 17 Prozent auf 256 Millionen Euro. Die Bruttomarge ging allerdings durch die gestiegenen Beschaffungskosten zurück. Unter dem Strich verbesserte sich der Überschuss nach Anteilen Dritter um rund 18 Prozent auf 165 Millionen Euro.

Reebok-Umsatz geht um ein Viertel zurück
Zweistellig zulegen beim Umsatz konnte der Konzern in den europäischen Schwellenländern, aber auch in China. In dem Land hatten viele Konkurrenten zuletzt mit hohen Lagerbeständen zu kämpfen. Trotz Schuldenkrise verbesserten sich auch in Westeuropa die Erlöse. In Nordamerika schnitt Adidas ebenfalls besser ab als im Vorjahr. Wachstumstreiber waren die Stammmarke Adidas sowie die Golfmarke TaylorMade.

Bei der Tochter Reebok sank der Umsatz im Quartal allerdings währungsbereinigt um mehr als ein Viertel. Reebok fehlen die Einnahmen aus dem Sponsorenvertrag mit der National Football League (NFL). Im Vorjahr hatte das Unternehmen zudem stark vom Toning-Trend, bei dem Muskeln durch spezielle Produkte aufgebaut werden sollen, profitiert. In Indien wird die Tochter derzeit umgebaut, nachdem dort Unregelmässigkeiten aufgetaucht waren. Mit wieder steigenden Erlösen bei Reebok rechnet das Management früheren Aussagen zufolge erst 2013. (awp/mc/ps)

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