Adidas sieht sich trotz Krisen auf Rekordkurs

Herbert Hainer
Herbert Hainer, ehemaliger Adidas-CEO.

Adidas-Chef Herbert Hainer.

München – Adidas setzt trotz Euro-Schuldenkrise und Wirtschaftsflaute in vielen Ländern seine Rekordjagd fort. 2012 solle der Umsatz über die Marke von 14,5 Milliarden Euro steigen, sagte Vorstandschef Herbert Hainer der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstag). Das wäre ein Plus von knapp neun Prozent. Damit bestätigte er die im November wegen der Probleme bei der US-Tochter Reebok leicht gesenkte Umsatzprognose und nannte erstmals einen konkreten Wert. Anfang November hatte der Nike-Konkurrent sein Ziel für das Umsatzplus von annähernd zehn Prozent auf einen Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich getrimmt.

«Durch die Euro-Krise ist es anspruchsvoller geworden, diese Zahlen zu erreichen», sagte Hainer. Vor allem in Südeuropa sei die Lage schwierig. «Auf der anderen Seite wachsen wir in Amerika, Russland, China und auch in Europa insgesamt.» In den kommenden Jahr will er den Konzern mit zudem mit einer Reihe neuer Produkte auf Wachstumskurs halten – das Tempo der vergangenen Jahre könne dabei aber nicht gehalten werden. Der Umsatz solle 2013 steigen und 2015 wolle Adidas 17 Milliarden Euro erlösen, sagte Hainer der Zeitung und bestätigte damit die bisherigen Prognosen.

«Adidas kann doch nicht den Weltpolizisten spielen»
Die Kritik von Menschenrechtsorganisationen an den Arbeitsbedingungen und an angeblich zu niedrigen Löhnen in vorwiegend asiatischen Zulieferbetrieben wies Hainer Vorwürfe zurück. «Unsere Zulieferer zahlen die Mindestlöhne oder mehr und müssen alle unsere strengen Bedingungen einhalten, sonst können sie gar nicht für uns produzieren», sagte der Adidas-Chef. «Adidas kann doch nicht den Weltpolizisten spielen. Die jeweiligen Regierungen, ob demokratisch gewählt oder nicht, legen Mindestlöhne fest. Und an diese Spielregeln halten wir uns.»

Textilproduktion: «Trend Richtung Europa»
Hainer räumte zugleich ein, dass es bei zumindest bei der Produktion von Textilien einen «Trend Richtung Europa» gebe. So lasse Adidas bereits Textilien in der Türkei und anderen südeuropäischen Ländern produzieren. Denn Textilien würden immer modischer, damit aber auch schnelllebiger und vergänglicher. «Von der Türkei aus können Sie ganz Europa in 48 bis 72 Stunden beliefern».

Bei Schuhen könne er sich allerdings eine Rückverlagerung der Produktion nach Europa nicht vorstellen. «Da ist fast das gesamte Know-how nach Asien abgewandert, das kann man nicht mehr so ohne weiteres zurückholen.» (awp/mc/ps)

 

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