Adidas will in Europa im vierten Quartal wieder wachsen

Adidas will in Europa im vierten Quartal wieder wachsen
Björn Gulden, Vorstandsvorsitzender der adidas AG. (Foto: adidas)

Herzogenaurach – Der Sportartikelhersteller Adidas erwartet nach einer zuletzt schwächeren Entwicklung in Europa eine Rückkehr zu Wachstum im vierten Quartal. Das Orderbuch sei ausgesprochen positiv, sagte Konzernchef Björn Gulden am Donnerstag in einer Telefonkonferenz zu den Zahlen des dritten Quartals. Insgesamt rechnet Adidas für den Schlussabschnitt mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich.

Während alle anderen Regionen zweistellig wuchsen, gingen die Erlöse in Europa im dritten Quartal um vier Prozent zurück, wie das Unternehmen mitteilte. So ist das europäische Geschäft in Teilen stark vom Grosshandel abhängig, der derzeit wegen der mauen Konsumstimmung von erheblichen Rabattschlachten geprägt ist. Adidas hatte daher zuletzt weniger Ware in diesen Kanal geliefert. Das Direct-to-Consumer-Geschäft wächst dagegen auch in Europa kräftig. Zudem führte eine IT-Umstellung zu Umsatzverschiebungen.

Wachstum in Europa im laufenden Jahr bescheiden
Nichtdestotrotz hinkt das europäische Geschäft den anderen Regionen hinterher. So kommt es nach neun Monaten auf ein Umsatzplus von zwei Prozent, während alle anderen Regionen zweistellig wuchsen. Insbesondere das Geschäft mit Schuhen aus dem Lifestyle-Bereich läuft derzeit schwierig. Lange Zeit hatten gerade die Retro-Modelle das Wachstum von Adidas angetrieben.

Die hohe Nachfrage in Nord- und Südamerika sowie China sorgte dennoch für Rekordumsätze im dritten Quartal. Dabei konnte Adidas Marktanteile hinzugewinnen. So stiegen etwa die Umsätze in Nordamerika, wo Platzhirsch Nike derzeit schwächelt, um währungsbereinigt 12 Prozent.

Erlöse steigen um 9 Prozent
Insgesamt kletterten die Erlöse wie bereits bekannt um gut neun Prozent auf knapp 7,3 Milliarden Euro. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei sieben Prozent. Während das Schuhgeschäft, das die Mehrheit zum Umsatz beiträgt, währungsbereinigt aufgrund der Schwäche im Lifestyle-Segment stagnierte, kletterte das Bekeidungsgeschäft kräftig um 19 Prozent. Vorstandschef Gulden zeigte sich dabei in der Telefonkonferenz zuversichtlich, dass das Schuhgeschäft «sehr bald wieder zu Wachstum» zurückkehren werde.

Adidas hatte bereits vorläufige Zahlen veröffentlicht sowie die Prognose für das laufende Jahr erhöht. Die Ergebnisse steigerte das Unternehmen kräftig, auch dank einer Rückerstattung von US-Zöllen. Unter dem Strich verdienten die Herzogenauracher im fortgeführten Geschäft mit 711 Millionen Euro 48 Prozent mehr als im Vorjahr. (awp/mc/pg)

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