Alcoa: Sinkende Aluminium-Preise belasten

Klaus Kleinfeld
Klaus Kleinfeld, ehemaliger Arconic-CEO.

Alcoa-CEO Klaus Kleinfeld.

New York – Die sinkenden Aluminium-Preise haben den amerikanischen Aluminium-Riesen Alcoa tief ins Minus gedrückt. Im Schlussquartal 2011 fiel ein Verlust von 191 Millionen Dollar an, wie das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Je Aktie betrug das Minus im fortgeführten Geschäft drei Cent. Analysten hatten mit dieser Entwicklung gerechnet.

Die Branche hat das Problem, dass die Aluminium-Preise gefallen sind, während die Rohstoffkosten steigen. Alcoa versucht, mit Kapazitätskürzungen gegenzusteuern – und das sorgte zunächst einmal für noch höhere Verluste.

Umsatz legt im 4. Quartal um 6 % zu
Denn das hohe Minus ging grösstenteils auf die Belastungen durch geplante Sparmassnahmen wie Werkschliessungen zurück. Sie schlagen im vierten Quartal mit 159 Millionen Dollar zu Buche. Im Vorjahresquartal hatte Alcoa noch 258 Millionen Dollar verdient. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 5,99 Milliarden Dollar zu und erreichte damit ein höheres Niveau als von Experten erwartet worden war..

Kapazitäten werden um 12 % gekappt
Alcoa hatte die Sparmassnahmen bereits vergangene Woche angekündigt. Insgesamt sollen die Kapazitäten in der Aluschmelze um zwölf Prozent gekappt werden. Neben US-Standorten ist auch Europa betroffen. Ein grosses Werk in Italien soll schliessen, zwei Fabriken in Spanien zumindest zeitweise heruntergefahren werden.

Umsatzplus von 19 % im Gesamtjahr
Im gesamten Jahr stieg der Gewinn auf 611 Millionen Dollar von 254 Millionen 2010. Der Umsatz rückte um 19 Prozent auf 24,95 Milliarden Dollar vor. Alcoa habe sich schnell an Veränderungen der Marktlage angepasst, betonte CEO Klaus Kleinfeld.

Gradmesser für die Konjunktur
Alcoa gilt als ein Gradmesser für die Konjunktur, da Aluminium in vielen wichtigen Branchen wie dem Auto- und Flugzeugbau eingesetzt wird. Und das Unternehmen ist zuversichtlich, was die Gesundheit dieser Industrien angeht: Alcoa rechnet für 2012 mit einem Wachstum der weltweiten Aluminium-Nachfrage um sieben Prozent und nach den Kapazitätssenkungen auch mit Lieferengpässen. Im vergangenen Jahr war der Aluminium-Bedarf um 10 Prozent gestiegen und 2010 um 13 Prozent. Die Aktie legte nachbörslich um 0,48 Prozent zu; in der Handelszeit war sie um knapp drei Prozent gestiegen.

Im Schlussquartal bekam Alcoa die Zurückhaltung infolge der Euro-Schuldenkrise zu spüren. Vor allem deshalb seien die Erlöse um Vergleich zum dritten Vierteljahr um sieben Prozent gesunken, hiess es. (awp/mc/pg)

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