Alphabet offiziell wertvollstes Unternehmen der Welt

Larry Page
Alphabet-CEO Larry Page.

Larry Page, Google-Gründer und Alphabet-CEO. 

Mountain View – Kurz nach Börsenstart in den USA war die lang erwartete Wachablösung im Silicon Valley perfekt: Nun ist Alphabet und nicht mehr Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. Den entscheidenen Anstoss lieferten die erfreulichen Quartalszahlen, die am Montagabend nach Börsenschluss veröffentlicht wurden. Sie liessen die Aktien des Suchmaschinenbetreibers am Dienstag im frühen Handel um 4,54 Prozent auf 805,74 US-Dollar nach oben schnellen. Damit waren sie der zweitbeste Wert im schwachen Nasdaq-100-Index .

Die Marktkapitalisierung von Alphabet lag zuletzt bei rund 544 Milliarden US-Dollar. Damit löste die Google-Mutter den iPhone-Hersteller Apple als teuerstes börsennotiertes Unternehmen der Welt ab. Apple-Papiere verloren rund 1 Prozent, der Börsenwert fiel auf zuletzt rund 529 Milliarden Dollar.

Keine Schwächen im Kerngeschäft
Google zeigt aktuell in seinem Kerngeschäft keine Schwächen. Zuletzt zog auch das Geschäft in zwei Bereichen an, die Analysten Sorgen bereiteten: Werbung bei Suche auf Smartphones und der Videoplattform YouTube. Bei Google landeten im vergangenen Jahr gut ein Drittel aller Werbeeinnahmen, die auf Mobilgeräten weltweit erzielt wurden.

Doch mindestens ebenso wichtig sind Experten zufolge die Zukunftsperspektiven, die die Papiere von Alphabet antreiben: Die Börsianer sind fasziniert von den Zukunftsprojekten wie selbstfahrende Autos und denkende Maschinen. Mindestens neun Analysten nahmen die Geschäftszahlen zum Anlass, ihre Kursziele für Alphabet um 5 bis 10 Prozent zu erhöhen.

Ertragskraft dürfte weiter steigen
Von Experten kam überwiegend Lob: Insgesamt dürfte die starke Umsatzdynamik die Ertragskraft weiter steigern, schrieb etwa Analyst Brian Nowak von der US-Bank Morgan Stanley. Analystin Heather Bellini von Goldman Sachs sieht bei Alphabet eine anhaltende Dynamik in puncto Online Marketing-Massnahmen, die von Regeln und Algorithmen gesteuert werden.

Auch Analyst Ross Sandler von der Deutschen Bank zeigte sich optimistisch: Das Kerngeschäft sei unterbewertet.

Analysten sehen auch Risiken
Alphabet habe sich bei vielen wichtigen Technologie-Trends sehr gut positioniert, ergänzte Mikko Ripatti, Manager eines Technologie-Fonds von DNB Asset Management. Neben einer alles dominierenden Suchplattform profitiere Alphabet von Grössenvorteilen im Online-Anzeigengeschäft sowie von einem starken Managementteam mit deutlichen Visionen. Die Aktien seien nach der jüngsten starken Entwicklung zwar nicht günstig, aber die Bewertung sei immer noch fair. Allerdings nehmen nach Ansicht des Technologie-Aktienexperten auch die regulatorischen Risiken zu.

Auch ein anderer Experte mahnte: «Alphabet steht in nahezu jedem Aspekt des Geschäfts erheblicher Konkurrenz gegenüber», schrieb die Citigroup nach Analyse der Quartalszahlen. Und die Werbeeinnahmen, die nach wie vor das Rückgrat des Geschäfts ausmachten, hätten sich in der Vergangenheit schon verwundbar für Konjunkturprobleme gezeigt.  (awp/mc/upd/pg)

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