Amerikaner gönnen sich neues Auto zu Weihnachten

GM

Amerikaner favorisieren weiterhin wuchtige Autos.

Detroit – Trotz weltweiter wirtschaftlicher Unsicherheiten haben sich viele Amerikaner zu Weihnachten einen neuen Wagen geschenkt. «Der Dezember war der beste Monat des Jahres», sagte Ford-Verkaufsanalyst Erich Merkle. Vor allem die Privatkunden hätten zugeschlagen, führte er aus. Das Jahr endete damit besser als viele Experten gedacht hatten.

Branchenprimus General Motors konnte die Verkäufe im Dezember um annähernd 5 Prozent auf 234.400 steigern; die Nummer zwei Ford legte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10 Prozent auf 210.100 Wagen zu. Daten für den gesamten Markt lagen zunächst noch nicht vor. Den Tag über trudelten immer neue Absatzzahlen der einzelnen Hersteller ein.

Volkswagen sticht heraus
Volkswagen stach wieder einmal heraus. Die Wolfsburger konnten bei den Verkäufen um 36 Prozent auf 32.500 Autos zulegen. «Das war unser bester Dezember seit 1972», sagte Nordamerika-Chef Jonathan Browning. VW greift auf breiter Front auf dem US-Markt an. Für den erfolgreich gestarteten grossen US-Passat hatte VW eigens eine Fabrik in den USA errichtet. Verkaufsschlager ist die mittelgrosse Limousine Jetta, die aus dem Werk im mexikanischen Puebla stammt.

Bei beiden Modellen hatte VW den Einstiegspreis gegenüber den Vorgängern gesenkt, um mit den in den USA starken Japanern und Südkoreanern konkurrieren zu können. Die Strategie scheint aufzugehen. Nach bisherigen Zahlen kam einzig Chrysler an den Absatzsprung bei VW heran. Der drittgrösste US-Autobauer legte um 37 Prozent auf 138.000 verkaufte Wagen zu.

Weiterhin wuchtige Wagen gefragt
Die beliebtesten Modelle bei Chrysler waren der Geländewagen Jeep Grand Cherokee und die Pick-Up-Trucks von Ram. Überhaupt stehen die Amerikaner trotz teurem Sprit immer noch auf wuchtige Fahrzeuge. Klein- und Kompaktwagen sind dagegen trotz aller gegenteiligen Beteuerungen immer noch eine Ausnahmeerscheinung auf den Highways.

Wenn die Kiste auseinanderfällt…
Der Jahresendspurt bei den Autoverkäufen in den USA hat mehrere Gründe: Zum einen ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen und viele Menschen haben wieder mehr Vertrauen in die Zukunft. Zum anderen müssen sich viele Amerikaner einen neuen Wagen zulegen, weil sie die Anschaffung in der Rezession aufgeschoben hatten und das alte Auto nun schlicht auseinanderfällt. Überdies hatten die Autohersteller nach Daten des Autoportals Edmunds.com vor Weihnachten mit satten Rabatten gelockt. (awp/mc/pg)

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