AMS Osram sieht nach solidem Quartal Bremsspuren zum Jahresschluss

AMS Osram sieht nach solidem Quartal Bremsspuren zum Jahresschluss
Alexander Everke, CEO AMS Osram. (Foto: AMS)

Unterpremstätten – Der österreichische Technologiekonzern AMS Osram hat im dritten Quartal mehr Umsatz und Gewinn gemacht, als die meisten Analysten erwartet hatten. In den nächsten Monaten hapert das Geschäft allerdings wegen Lieferengpässen. Den Investoren schmeckte das gar nicht: Die Aktie stürzte ab.

Dabei lobten Analysten das dritte Quartal: Von Juli bis September stieg der Umsatz um 6 Prozent auf 1,52 Milliarden Dollar, wie der Sensoren- und Beleuchtungshersteller am Dienstag mitteilte. Der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) kletterte auf 157 Millionen Dollar nach 63 Millionen vor einem Jahr.

Der bereinigte Reingewinn blieb unverändert auf 12 Millionen Dollar. In den Zahlen sind allerdings die Kosten für die Akquisition und Integration von Osram sowie Ausgliederungen nicht enthalten.

Mit diesen Kosten hat AMS Osram einen Betriebsgewinn von 97 Millionen Dollar erzielt nach einem operativem Verlust von 94 Millionen vor einem Jahr. Unter dem Strich wies das Unternehmen einen Verlust von 48 Millionen Dollar aus, nachdem im Vorjahresquartal ein Defizit von 144 Millionen Dollar angefallen war.

Insgesamt hat AMS Osram beim Umsatz die obere Bandbreite der Erwartungen von Analysten erreicht und beim operativen Gewinn deutlich übertroffen.

«Erfreuliche Entwicklung» dank Halbleiter
«Das Geschäft hat sich im dritten Quartal sehr erfreulich entwickelt», schrieb AMS Osram. «Trotz anhaltender Ungleichgewichte in den Lieferketten verzeichneten wir ein starkes Automobilgeschäft, während das Consumer-Geschäft einen attraktiven Beitrag im Rahmen bereits genannter Erwartungen leistete», kommentierte Konzernchef Alexander Everke.

Das Wachstum ist dem Segment Halbleiter zu verdanken, während das Segment Lampen & Systeme (L&S) wegen Veräusserungen von Geschäftsbereichen weniger Umsatz machte. Dabei habe sich das Auto-Geschäft gut entwickelt und die typische saisonale Entwicklung gespiegelt, hiess es.

Lieferengpässe bremsen
Im Schlussquartal zeigen sich allerdings Bremsspuren wegen Lieferengpässen: «Wir sehen anhaltende Verknappungen im Halbleiterangebot und Ungleichgewichte in den Lieferketten, insbesondere im Automarkt», schrieb AMS Osram. Die Knappheit an Komponenten führe zu geringeren Produktionsvolumina der Autohersteller.

Die Ungleichgewichte dürften bis weit ins kommende Jahr hinein andauern. Der Konzern versuche, die Preise zu erhöhen, um mindestens die höheren Beschaffungskosten zu kompensieren, sagte Konzernchef Alexander Everke in einer Telefonkonferenz.

Im vierten Quartal rechnet die Gruppe nun mit einem Umsatz von 1,36 bis 1,46 Milliarden Dollar. Darin seien die Umsätze des veräusserten DS North America Geschäfts und des verkauften Geschäfts mit vernetzten Gebäudesystemen sowie die Umsätze des aufgelösten Gemeinschaftsunternehmens mit Continental nicht mehr enthalten. Die EBIT-Marge soll sich zwischen 8 und 11 Prozent bewegen.

Dämpfend wirkten sich Wechselkurse und der geringere Beitrag des Consumer-Geschäfts im Vergleich zum Vorjahr aus, hiess es. AMS Osram hatte einen Auftrag für das neue iPhone 13 von Apple verloren.

Diese Finanzziele fielen deutlich unter den Erwartungen der Analysten aus. Die AMS-Aktie brach zeitweise um 10 Prozent ein und beendete den Handel mit 8,4 Prozent im Minus. (awp/mc/ps)

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